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Im „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ richtet sich der Blick in Görlitz auf ein Projekt, das Erinnerung lebendig macht. Polnische und deutsche Jugendliche treffen beim Mitzwah-Projekt zusammen und beschäftigen sich mit Familiengeschichten der einstigen jüdischen Einwohner der Neißestadt. Initiiert hat das Lauren Leiderman. Die Amerikanerin lebt seit einigen Jahren gemeinsam mit ihrem jüdischen Ehemann und ihren Kindern in Görlitz und engagiert sich mit außergewöhnlicher Hingabe für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte der Stadt.Ausgehend von ihrer persönlichen Verbundenheit zum Judentum begann Lauren Leiderman, nach Spuren ehemaliger jüdischer Einwohnerinnen und Einwohner von Görlitz zu suchen. Mit unermüdlicher Recherchearbeit in Archiven, über internationale Kontakte und persönliche Gespräche gelang es ihr, zahlreiche Nachkommen jüdischer Familien ausfindig zu machen.Doch ihre Arbeit geht weit über historische Forschung hinaus: Lauren Leiderman hat ein internationales Netzwerk der Nachkommen geschaffen. Menschen aus den USA, Israel, Großbritannien, Australien und Deutschland stehen heute wieder miteinander in Kontakt, tauschen Familiengeschichten aus und entdecken gemeinsame Erinnerungen an Görlitz als Herkunftsort ihrer Vorfahren.Ein besonderer Schwerpunkt Leidermans Arbeit liegt in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit mit jungen Menschen. Im Projekt „Mitzwah“ erforschen Schülerinnen und Schüler die jüdische Geschichte von Görlitz, besuchen die Überreste des Zwangsarbeits- und Internierungslagers im nahe gelegenen Tormersdorf und treffen Nachkommen der jüdischen Familien.So entsteht eine lebendige Erinnerungskultur, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und jüdisches Leben wieder sichtbar in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft rückt.
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