Die unsichtbaren Champions

Zwischen Leistung und Ausgrenzung

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Menschen
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    Annabelle Tschech-Löffler wurde 2023 als Medaillengewinnerin der Special Olympics Weltspiele gefeiert. Im Alltag muss sich die 16-Jährige mit Downsyndrom ihren Platz jedoch immer wieder neu erkämpfen. Der 27-jährige Ruderer Sebastian Stuart ist Autist, erfolgreich im Leistungssport - und auch er ist oft außen vor. Sein großes Ziel: auch als Sportreporter sichtbar sein. Beide kämpfen darum, nicht auf ihre Behinderung reduziert zu werden.Die Spitzensportlerin Annabelle Tschech-Löffler kommt aus Borna , ist 16 und gehört bereits zum deutschen Special-Olympics-Kader im Turnen. Als jüngste Medaillengewinnerin der World Games-Geräteturnen erlebt sie 2023 einen unglaublichen Medienhype. Im Alltag steht die Athletin mit Downsyndrom dann wieder am Rand. Ausgeschlossen sein - ein Gefühl, das auch Sebastian Stuart kennt. Der 27-jährige Autist ist Ruderer. In seinem Club Rapid Berlin e.V. ist er der erfolgreichste Athlet, gleichzeitig aber auch der einzige Ruderer mit Behinderung. Er hat lange gebraucht, um diesen Verein zu finden, in dem er sich wohl und unterstützt fühlt.Annabelle trainiert am Olympiastützpunkt in Chemnitz. Hier übt die Elite. Annabelle muss sich ihren Platz erkämpfen. „Zum Turnsport dazuzugehören, ist im Leistungsbereich nicht einfach. Es ist der Inbegriff von Ästhetik. Menschen wie Annabelle kriegen genau das nicht so gut hin und üben wahrscheinlich deswegen eher exklusiv“, sagt Markus Tschech-Löffler, ihr Vater und Trainer. Im Frühjahr 2025 trat Annabelle mit Katarina Witt als Inklusionsbotschafterin des Deutschen Internationalen Turnfestes in Leipzig vor die Weltöffentlichkeit und forderte mehr Beachtung für Menschen wie sie. Wieder bekommt sie viel Presse, wieder ist es eher eine Eintagsfliege.Bei Sebastian ist es ähnlich. Hauptberuflich arbeitet er im Garten- und Landschaftsbau einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Die Arbeit macht ihm Spaß, aber inklusiv ist sie nicht. Doch Sebastian ist Meister im Netzwerken. Regelmäßig besucht er Veranstaltungen zu inklusiven Themen. Darüber hinaus ist Sebastian Gastreferent in einer Vorlesungsreihe der IU Internationalen Hochschule in Leipzig. Dort sensibilisiert er die Studierenden für Inklusion. Und Sebastian hat noch eine weitere Passion - als Sportreporter für die ARD. Für den rbb war er schon bei den Special Olympic World Games 2023 in Berlin und 2025 bei der Verleihung „Sportler des Jahres“ unterwegs. Aktuell bereitet sich Sebastian nicht nur als Sportler auf die Special Olympics Nationalen Spiele im Saarland vor. Er möchte parallel von dort wieder als Reporter für die ARD berichten. In einem inklusiven Team, gleichberechtigt mit den Kollegen ohne Behinderung.Annabelle meint: „Ich bin nicht behindert, ich werde behindert.“ Sie und Trainervater Markus werden dem in diesem Jahr etwas entgegensetzen! Eigeninitiativ bauen sie die Idee „Inklusiv gewinnt“ aus. Dafür konzipieren und organisieren sie einen Turnwettkampf, der Anfang Mai in Leipzig stattfindet. In Teams kämpfen sogenannte normale, körperlich und geistig beeinträchtigte Turnerinnen um die Medaillen. Ein Novum in Deutschland - mit internationaler Beteiligung! Schottland, Estland und die USA haben Athletinnen gemeldet. Die Vorbereitungen kosten viel Zeit und viel Geld. „Egal! Es geht darum, dass Vielfalt als Normalität anerkannt wird. Am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen.“

    Hinweis

    Gebärde online, Audiodeskription

    Personen

    von:Franziska Kruse, Antje Schneider

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