Nackt unter Wölfen

Deutsche Demokratische Republik, 1963
bis 22:15
Kriegsfilm
  • Schwarz-weiß Sendung
  • Breitwand-Format 16:9
  • HDTV
  • 20260817201500
VPS 00:00

Übersicht

Konzentrationslager Buchenwald, 1945. Ein Gefangener hat ein kleines Kind gerettet, versteckt in einem Koffer. Als die Mithäftlinge den Jungen entdecken, stehen sie vor einer schweren Entscheidung. - Der DDR-Spielfilm über Leben und Sterben in einem KZ beruht auf wahren Ereignissen und ist mit Ausnahme des propagandistischen Endes unpathetisch und doch ergreifend. Mit Armin Müller-Stahl.

Themen

    Details

    Deutschland, 1945: Wenige Wochen vor der Befreiung durch die Alliierten kommt ein polnischer Häftling mit einem der letzten Transporte in das Konzentrationslager Buchenwald. Bei sich trägt er einen Koffer, den er sich weigert, aus der Hand zu geben; darin ist ein dreijähriger, jüdischer Junge versteckt, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Bei einer Entdeckung durch die Lagerleitung droht dem Kind der Tod. Als die Häftlinge Höfel und Pippig den Koffer öffnen, möchten sie spontan das Kind retten und vor der SS verstecken. Doch dadurch könnten sie den bewaffneten Aufstand gefährden, den eine Widerstandsgruppe im Lager plant. Die Häftlinge sind in ihrer Haltung gespalten, und das Leben des Jungen ungewiss. „Nackt unter Wölfen“ beruht auf dem 1958 erschienenen gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der kurz nach der Befreiung seine Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald zu Papier brachte. Erstmals wurde die hermetisch abgeriegelte Welt eines Lagers in Frank Beyers filmischer Adaption so intensiv dargestellt: nüchtern, klar und ohne jedes Pathos. In einem hochkarätigen Ensemble großer Darsteller verkörpert Armin Mueller-Stahl in einer seiner intensivsten Rollen den Häftling Höfel. Das jüdische Kind hat es tatsächlich in Buchenwald gegeben: Der dreijährige Stefan Jerzy Zweig kam im Herbst 1944 ins Lager und wurde am 11. April 1945 gemeinsam mit seinem Vater befreit. Der am Ende des Films beschriebene bewaffnete Aufstand hat so nie stattgefunden. Stattdessen hatte die SS, aus Angst vor den anrückenden Amerikanern, das Lager aufgegeben und die Flucht in die Wälder angetreten.

    Hinweis

    Frank Beyer (1932-2006) war einer der bedeutendsten Filmschaffenden der DDR. Mit „Nackt unter Wölfen“ adaptierte er den Roman des Buchenwald-Häftlings Bruno Apitz aus dem Jahr 1958, Bestseller und Schullektüre in der DDR. Der propagandistische Schluss kam auf Druck der Zensurbehörden zustande: „Beyers Kinoadaption endet mit dem aktiven Aufstand überwiegend kommunistischer Kämpfer gegen das KZ-Personal und nicht - wie es authentischer gewesen wäre - mit einer Befreiung durch US-Truppen. Doch blieb diese Schlusssequenz die einzig stark pathetisch überhöhte Szene im Film.“Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe „Roter Kreis“

    Personen

    Schauspieler:
    Rolle
    Walter Krämer
    André Höfel
    Marian Kropinski
    Rudi Pippig
    Zacharias Jankowski
    Leonid Bogorski
    Herbert Bochow
    August Rose
    Zweiling
    Regie:Frank Beyer
    Drehbuch:Bruno Apitz, Frank Beyer
    Kamera:Günter Marczinkowsky
    Musik:Joachim Werzlau


    TVinfo
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