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Sex gegen Geld - mitten in Wohngebieten
Was passiert hinter der Wohnungstür nebenan? Das neue exactly deckt auf, wie illegale Bordelle in ganz normalen Nachbarschaften in ostdeutschen Städten florieren. Die investigative Reportage führt hinein in ein verborgenes Milieu, in dem Ausbeutung, organisierte Kriminalität und überforderte Behörden aufeinandertreffen. Die Reporterinnen Nina Böckmann und Rebecca Kupfner folgen konkreten Insider-Hinweisen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In ihren Recherchen stoßen sie auf zahlreiche illegale Wohnungsbordelle - durchorganisiert, gut getarnt und scheinbar schwer zu belangen.
Ein skrupelloses Geschäft unter dem Radar
Der Film zeigt, wie das System funktioniert: Hintermänner agieren konspirativ, nutzen eine Vielzahl von Adressen und heuern Strohleute an. Viele Behörden kennen das System - und sind dennoch oft machtlos. Razzien verpuffen, zeitweise Schließungen bleiben ohne nachhaltige Wirkung.
Eine Ordnungsamtsmitarbeiterin aus dem Burgenlandkreis schildert die Überforderung so: 30 Hinweise auf illegale Bordelle liegen ihr vor. Sie ist die einzige zuständige Mitarbeiterin. „Ich mach das alleine. Das ist natürlich zu wenig.“ Ein Satz, der exemplarisch für strukturelle Defizite in der Kontrolle von illegalen Bordellen und dem Schutz von Prostituierten steht.
Verdacht auf Menschenhandel
Besonders alarmierend: In zahlreichen Fällen gibt es Hinweise auf Zwang und Menschenhandel. Auffällig viele der inserierenden Frauen stammen aus Asien. Ein Prozess vor dem Landgericht Chemnitz beleuchtet das Schicksal vietnamesischer Frauen, die mit falschen Versprechen nach Deutschland gelockt und anschließend in illegalen Bordellen ausgebeutet wurden.
Doch genau diese Verbrechen sind schwer nachzuweisen. Die betroffenen Frauen kooperieren - oftmals aus Angst - nicht mit den Behörden. Eine Beratungsstelle berichtet von massivem Druck auf die Sexarbeiterinnen, die ständig von einem Wohnungsbordell zum nächsten gebracht werden. Sozialarbeiterin Cathrin Schauer-Kelpin aus Plauen beklagt: „Es ist schwieriger geworden, Frauen aus der Prostitution herauszuholen.“
Erschreckend leicht, kaum zu stoppen
Ein Insider aus der Szene schildert den Reporterinnen, wie schnell das System nach Polizeieinsätzen wieder anspringt: „Schon kurze Zeit nach Razzien wurden die Wohnungen wieder beworben.“ Die Recherche zeigt: Illegale Bordelle zu betreiben ist offenbar erschreckend einfach - die Geschäfte dauerhaft zu verhindern, umso schwerer.
Hinweis
„Illegale Bordelle in Ostdeutschland - Recherche im Rotlichtmilieu“ ist ab dem 1. Juni 2026 auf YouTube und in der ARD Mediathek abrufbar und läuft am 10. Juni 2026 im MDR Fernsehen. Der Film stellt drängende Fragen zu Verantwortung, Kontrolle und Schutz der Frauen in der Prostitution.
Personen
| von: | Nina Böckmann, Rebecca Kupfner |