Hitler und Stalin

Porträt einer Feindschaft (Deutschland, 2008)

bis 21:45
Geschichte
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • HDTV
  • 20260721201500
VPS 00:00

Übersicht

Hitler und Stalin - zwei Diktatoren des 20. Jahrhunderts, die grausame Regime errichteten und unermessliches Leid über Europa brachten. In einem Doppelporträt zeigen Ullrich H. Kasten und Hans-Dieter Schütt Aktion und Reaktion zweier Gewaltherrscher, die sich nie begegnet sind.

Themen

    Details

    Sie begegneten einander nie und blieben doch aufeinander fixiert: Hitler und Stalin. Die Todfeindschaft ihrer Systeme riss alles Bestehende aus den Fugen. Zum ersten Mal versucht ein Dokumentarfilm, ein Doppelporträt dieser beiden Diktatoren zu zeichnen. Erzählt wird von einem Nahkampf über Tausende von Kilometern hinweg, den die Soldaten beider Armeen ab dem 22. Juni 1941 auf den Schlachtfeldern austragen mussten. Am Beispiel der Kämpfe um Moskau, Leningrad, Stalingrad und Berlin wird dokumentarisches Material in eine überraschende Korrespondenz gesetzt - als fände ein unmittelbarer Zweikampf statt. Die Erzählweise verdichtet das Wechselspiel beider Diktatoren zu einem psychologischen Politdrama. Der Dokumentarfilm liefert neue Einsichten in alte Fragen: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Worin lagen die Gemeinsamkeiten, worin die Unterschiede zwischen beiden Herrschern und ihren Systemen? Wie versuchten sie, einander zu täuschen und auszuspielen? Durch die Parallelmontage teilweise unveröffentlichter Archivaufnahmen und aktueller Bilder der einstigen Schauplätze werden die Parallelen und Gegensätze beider Diktatoren sichtbar: Hitler und Stalin waren entgegengesetzte Pole in dem Geist, den sie predigten, aber Brüder im Blut. Deutschland und die Sowjetunion wurden unter ihrer Herrschaft zu personenkultischen Terrorregimes. Der Film bleibt dicht an seinen Protagonisten, geht ihrem Programm und ihrer Paranoia nach und blickt auf Phänomene, die das 20. Jahrhundert erschütterten, nachhaltig veränderten und bis heute nachwirken.

    Hinweis

    Ullrich H. Kasten (1938-2024) zählte zu den bedeutendsten Dokumentarfilmern Deutschlands. Er arbeitete von 1962 bis 1991 als Regisseur und Autor beim DFF, dem Deutschen Fernsehfunk der DDR in Berlin-Adlershof. Er hatte es nicht leicht in dieser Zeit, wurde angefeindet, denunziert, landete im Gefängnis und in der psychiatrischen Anstalt. Seit 1992 konnte er beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB, später RBB) als fest angestellter Redakteur weiterhin bis zu seiner Pensionierung als Regisseur und Autor Filme machen. In seinen Werken setzte sich Ullrich H. Kasten insbesondere mit kulturellen Traditionen auseinander. Immer wieder hat er filmische Biografien großer Persönlichkeiten erarbeitet. In seinen Produktionen „Mein Leben ist so sündhaft lang“ sowie „Und so ist alles schwankend“ zeichnet er die Geschichte Victor Klemperers nach. 2001 erhielt Kasten den Kultur-Sonderpreis des Landes NRW für „Über den Abgrund geneigt“, ein Porträt des frühen Expressionisten und späteren DDR-Staatsdichters Johannes R. Becher. Die Wochenzeitung „Freitag“ schrieb 2002: „Ullrich Kasten ist so etwas wie das künstlerische Gedächtnis des 20. Jahrhunderts.“ Für „Hitler & Mussolini“ und „Hitler & Stalin“ ist Ullrich Kasten zum politisch-ästhetischen Gedächtnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts geworden. Beide Filme wurden vom Grimme-Preisträger Gunnar Dedio produziert.

    Personen

    Regie:Ullrich H. Kasten


    TVinfo
    X