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Der Kriegsberichterstatter Werner geht 1941 an Bord von U 96, das den Auftrag hat, englische Transportschiffe zu versenken. Werner soll der Heimatfront über die Heldentaten von Kapitän und Mannschaft berichten. Doch schnell wird der Jäger zum Gejagten, der Atlantik entpuppt sich als Hölle für die U 96. Meilenstein der deutschen Film- und TV-Geschichte von Erfolgsregisseur Wolfgang Petersen.
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Das rbb Fernsehen sendet „Das Boot - Director‘s Cut“ zu Ehren von Jürgen Prochnow. Am 10. Juni 2026 feiert der Schauspieler seinen 85. Geburtstag.
In La Rochelle, einem Hafen im von den Deutschen besetzten Frankreich, feiert 1941 eine junge U-Boot-Mannschaft die letzte Nacht, bevor sie in See sticht. Mit an Bord von U 96 befindet sich Leutnant Werner, ein junger Kriegsberichterstatter. Kommandiert wird das Boot von dem erfahrenen und hoch dekorierten Kapitänleutnant, der nur mit Herr Kaleun angesprochen oder respektvoll „Der Alte“ genannt wird. Während der ersten Tage auf See hat die Bootsbesatzung nicht viel mehr zu tun, als ziellos zu kreuzen. Plötzlich ist der erste feindliche Zerstörer in Sicht. Der Kapitän gibt Alarm und U 96 taucht ab. Wasserbomben explodieren und erschüttern den metallenen Rumpf. Doch dies ist nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Ereignisse. U 96 gerät in einen wochenlangen Sturm, der die Nerven der Besatzung bis aufs Äußerste strapaziert. Später wird ein von mehreren Zerstörern eskortierter Frachter-Konvoi gesichtet. Sofort lässt der Kapitän die Torpedos des U-Boots abfeuern. Um einem Gegenangriff zu entgehen, taucht U 96 in bisher undenkbare Tiefen. Für die Besatzung beginnt ein Albtraum aus Klaustrophobie und Todesangst.
Hinweis
Sechs Oscar-Nominierungen sowie die Verleihung des Deutschen Filmpreises und der Goldenen Leinwand sind Teil des imposanten Preisreigens für „Das Boot“. Erfolgsregisseur Petersen hat sich mit diesem Meilenstein der deutschen Film- und TV-Geschichte den Weg nach Hollywood geebnet. Ursprünglich hatte Petersen „Das Boot“ als zweieinhalbstündige Fassung fürs Kino sowie als fünfstündige Version für die Ausstrahlung im Fernsehen gedreht. In der Kinofassung war der Film ein rasantes U-Boot-Kriegsspektakel, als Miniserie eher ein episches Psychodrama - im Director‘s Cut ist „Das Boot“ beides.
Am 10. Juni 1941 in Berlin geboren, zählt Jürgen Prochnow zu den wenigen deutschen Hollywoodstars. Seine filmische Karriere startete Anfang der 1970er Jahre. Die erste große Rolle spielte Prochnow in Reinhard Hauffs „Die Verrohung des Franz Blum“ (1974), gefolgt von Volker Schlöndorfs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975). Zu großer Bekanntheit gelangte er durch die Filme des Regisseurs Wolfgang Petersen. Mit „Einer von uns beiden“ (1974), „Hans im Glück“ (1976) und dem erfolgreichen damaligen Skandalfilm „Die Konsequenz“ (1977) avancierte Prochnow zu einem der prägendsten Schauspieler dieser Zeit. 1981 folgte für ihn die Rolle seines Lebens als namenloser U-Boot Kommandant, von seiner Mannschaft nur mit seinem Rang „Herr Kaleun“ angesprochen oder respektvoll „Der Alte“ genannt, in Wolfgang Petersens sechsfach für den Oscar nominierten Kriegsfilm „Das Boot“. Damit stand ihm der Weg nach Hollywood offen, den Prochnow erfolgreich zu nutzen wusste, wie seine Rollen in David Lynchs „Dune“ (1984) als Herzog Leto Atreides, als Bösewicht in „Beverly Hills Cop II“ (1987) von Tony Scott oder neben Sylvester Stallone für die Comicverfilmung „Judge Dredd“ (1995) beweisen. Doch auch Wolfgang Petersen besetzte ihn in seinem Hollywood Blockbuster „Air Force One“ (1997) neben Harrison Ford und Gary Oldman grandios. Für Regisseur Anthony Minghella spielte er 1996 gleichermaßen herausragend den Major Müller in dessen neunfach mit dem Oscar ausgezeichneten Epos „Der englische Patient“. Ab den 2010er Jahren stand Prochnow zunehmend wieder für deutsche Produktionen vor der Kamera. Beispielsweise konnte man ihn zusammen mit Moritz Bleibtreu und Nora Waldstätten in dem Thriller „Die dunkle Seite des Mondes“ (2017) sehen, der Bestsellerverfilmung eines Romans von Martin Suter. In dem Roadmovie „Leanders letzte Reise“ (2017) spielte er einen ehemaligen Wehrmachtsoffizier, der im hohen Alter in der Ukraine reist, um die große Liebe seines Lebens wiederzufinden.
Am 10. Juni 2026 wird der mehrfach ausgezeichnete Jürgen Prochnow 85 Jahre alt.Foto, Audiodeskription
Personen
Schauspieler: Rolle | Kapitänleutnant „Der Alte“ Leutnant Werner Leitender Ingenieur Erster Offizier Zweiter Offizier Obersteuermann Ullmann Johann „Das Gespenst“ Ario Hinrich Bootsmann Frenssen Schwalle Kapitänleutnant Philipp Thomsen Kapitän der „Weser“ Offizier der „Weser“ |
| Regie: | Wolfgang Petersen |
| Drehbuch: | Wolfgang Petersen |
| Kamera: | Jost Vacano |
| Musik: | Klaus Doldinger |