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„Scheiß Bulle“, „Ich schlag Dich tot“, „Du gehörst verbrannt“ - das sind Sätze, die sich Polizisten anhören mussten. Beschimpfungen gehören für Polizeikräfte zum Berufsalltag. Ob auf Streifenfahrt, im Einsatz bei Demonstrationen oder bei Fußballspielen: Diejenigen, die die Gesellschaft schützen sollen, werden oft selbst zur Zielscheibe von Aggressionen und das längst nicht nur mit Worten.
In der ersten KLAR-Ausgabe 2026 mit dem Titel „Zielscheibe Polizei: Pöbeln, Hass und Gewalt“ sprechen Moderatorin Tanit Koch und ein NDR-Reporterteam mit Polizeikräften über diese Seite ihres Alltags, von Respektlosigkeiten bis zu hin körperlichen Attacken. Experten warnen vor den Langzeitschäden der permanenten Belastung, auch durch vermeintlich harmlose Sprüche. „Das Gehirn kann gar nicht anders, als mit Alarm darauf zu reagieren“, sagt der Psychotherapeut Sven Steffes-Holländer, der seit 20 Jahren Polizistinnen und Polizisten behandelt. Für einige von ihnen führe der dauerhafte Stresszustand langfristig zu Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen.
Der Polizist Tobias Braatz aus Lübeck ist einer der Protagonisten der Reportage. Er musste nach einem Einsatz in die Notaufnahme, ein alkoholisierter Mann kugelte ihm die Schulter aus. Braatz war mehrere Monate dienstunfähig. Die Diagnose traf ihn hart, auch psychisch: „Von meinem inneren Auge war ich kurz davor zu sagen, ich bleibe für mein Leben lang irgendwie einarmig.“ Heute bildet Braatz junge Polizisten aus. Sein Ziel ist es sie besser auf Gewalt im Einsatz vorbereiten.
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