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Lore war sechs Jahre alt, als ihre Mutter nach Auschwitz deportiert wurde. Was heißt es, die Tochter einer Frau zu sein, die vom Holocaust gezeichnet ist? Kim Seligsohn, Lores Tochter, ist Sängerin. Die Musik gibt ihrem Schmerz eine Form - und entwickelt eine Wucht und Direktheit, wie sie kein Geschichtswissen vermitteln kann. Ein Film über die Gegenwart der Vergangenheit.
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Lore hat ein Leben lang nicht über die Vergangenheit gesprochen. Nicht über das Schicksal der Mutter, nicht über das Versteck, in dem sie mit ihren beiden Brüdern den Holocaust überlebte. Nicht über Tom, ihren Sohn, der sich das Leben nahm. Ihre Tochter Kim Seligsohn hat ihren Glauben, ihre Hunde und ihre Musik. Sie sitzt im Zug von Berlin nach Bremen, auf dem Weg zu Lore, die sie nie Mutter nennen durfte. Sie trägt das Trauma ihrer Familie mit sich wie einen zu schweren Rucksack. Doch das Schweigen darüber will sie brechen, sie will Lore dazu bringen, sich dem Schrecken zu stellen, der als Schatten über Kims Kindheit lag und ihr Leben prägt. Die Doku begleitet über mehrere Jahre aus großer Nähe den Prozess der Annäherung zwischen Mutter und Tochter. Der Film zeigt, wie ein Trauma in einer Familie weitergegeben wird, sich in die Körper und Seelen der nachfolgenden Generationen einschreibt. Die Anwesenheit der Kamera setzt etwas frei, was viel zu lange unter Verschluss gehalten wurde.
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