Übersicht
Die mittellose Familie Kim sucht in Seoul den schnellen Weg nach oben und schleicht sich mit einigem Geschick und Rücksichtslosigkeit in das Leben der wohlhabenden Parks ein. Bitterböse, mehrfach oscargekrönte Gesellschaftssatire von Bong Joon-ho («Snowpiercer»).
Themen
Details
Familie Kim lebt am Rande der Gesellschaft in einer schäbigen Kellerwohnung in Seoul. Ihr karges Einkommen verdienen sich Vater Ki-taek (Song Kang-ho), Mutter Chung-sook (Jang Hye-jin) und ihre beiden erwachsenen Kinder mit dem Falten von Pizzaschachteln und anderen Gelegenheitsjobs. Zusätzlich behelfen sich die Kims mit kleinen Betrügereien, um über die Runden zu kommen. Mit routinierter Gelassenheit erträgt die Familie die prekären Verhältnisse und wird dafür bald schon belohnt: Dank einer glücklichen Fügung und der Empfehlung eines Freundes, gelingt es Sohn Ki-woo (Choi Woo-shik), eine Anstellung als privater Englischlehrer bei der wohlhabenden Familie Park zu ergattern.
Im Gegensatz zu den Kims leben die Parks hoch über der Stadt in einem modernen Designerhaus und wirken wie das Idealbild eines gut ausgebildeten, neureichen Haushalts der modernen Elite: Mr. Park ist Geschäftsführer in einer IT-Firma, seine Frau gutaussehend und ausschliesslich mit dem Wohlergehen ihrer beiden Kinder beschäftigt. Ki-woo gewinnt schnell das Vertrauen der gelangweilten Ehefrau und wittert die Chance, auch den Rest seiner Familie bei den Parks unterzubringen. Mit hinterhältigen Tricks und einigem Geschick sichern sich die anderen Kims ihre Positionen als Kunstlehrerin, Haushälterin und Chauffeur, auch wenn sie die Hausangestellten der Familie Park dafür rücksichtslos verdrängen müssen. Für einen trügerisch idyllischen Moment befinden sich alle unter einem Dach, die ahnungslosen Parks und die parasitären Kims.
Zum Geburtstag von Da-song (Jung Hyun-joon), dem Sohn der Parks, unternimmt die Familie einen Campingausflug. In ihrer Abwesenheit lehnt sich Familie Kim in der Villa zurück und geniesst den Wohlstand. Doch ihr süsses Nichtstun wird jäh unterbrochen, als eines Nachts die ehemalige Haushälterin der Parks auftaucht und eine Überraschung mitbringt.
Bong Joon-ho («Snowpiercer», «Okja») ist als Regisseur in Hollywood längst kein Unbekannter mehr. In seinem neuesten Werk «Parasite» entwirft er ein bitteres Gesellschaftsbild, ist aber gleichwohl nicht an einem moralischen Fingerzeig interessiert. Er selbst charakterisiert sein Werk als «Komödie ohne Clowns und Tragödie ohne Bösewichte». Alle Figuren seien auf ihre Weise gefangen und befangen, jeder Mensch auf seine Weise ein Parasit. Die bissige, genreübergreifende Gesellschaftssatire brachte seinem Heimatland Südkorea die erste Goldene Palme in Cannes 2019 und räumte 2020 auch bei den Oscars ab: «Parasite» bekam vier Oscars, darunter als erste fremdsprachige Produktion überhaupt die Auszeichnung für den besten Film. Die Rolle des Vaters der Familie Kim spielt Charakterdarsteller Song Kang-ho, der bereits einige Male für Bong Joon-ho vor der Kamera stand.
Hinweis
[Sprachenn: deutsch / koreanisch]
Personen
Schauspieler: Rolle | Ki-taek Chung-sook Da-song Yeon-kyo Ki-jung |
| Regie: | Joon-ho Bong |
| Drehbuch: | Joon-ho Bong |
| Kamera: | Hong Kyung-pyo |
| Musik: | Jung Jaeil |