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„Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann“ - so lautet der Untertitel von Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Darin wird die Hetzjagd auf eine Frau beschrieben. Heute scheint Bölls Text so aktuell wie nie, Frauenhass und öffentliche Diffamierung sind virulent und allgegenwärtig. Was macht das Werk so zeitlos - und woher kommt der Hass gegen Frauen?
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1974 erschien Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Es ist die Geschichte einer Frau, die ins Kreuzfeuer der Presse gerät, von der Öffentlichkeit diffamiert wird und am Ende den federführenden Journalisten erschießt. Die Erzählung landet auf Anhieb auf Platz eins der Bestsellerliste, wird 2,7 Millionen Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt. Bis heute ist sie ein Symbol für die Hetze der Boulevardmedien, die eine Frau zur Mörderin gemacht haben.
Das Buch des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll entstand kurz nach den Studentenunruhen, in den Gründungsjahren der RAF, als die Debatte um Terror und Sympathisanten die Medien beherrschte. Es wird hoch gelobt und ist heftig umstritten. Auch Böll wird vorgeworfen, mit seiner Erzählung Gewalt zu rechtfertigen. Andere sehen darin eine gelungene Abrechnung mit der Sensationspresse. Es ist eine Erzählung - so der 2013 verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in der „FAZ“ -, die „der deutschen Gegenwart mitten ins Herz“ zielt.
Was machte das Werk so brisant und warum ist es heute noch aktuell? Diesen Fragen geht die Dokumentation nach und legt den Fokus auf Frauen, die Hassattacken ausgesetzt sind. Was damals die Zeitung macht, geschieht heute im Internet.
Die Dokumentation interviewt Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, die den Stoff 1975 verfilmt haben, spricht mit Günter Wallraff über die Praktiken der „Bild“-Zeitung, mit den Schriftstellerinnen Sharon Dodua Otoo, Anne Rabe und Oriane Jeancourt Galignani über das Buch und mit Katja Diehl und Rokhaya Diallo über den Hass im Internet.
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