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Möwen gehören zu Hamburg wie der Hafen, doch manchmal können sie ganz schön nerven. An den Landungsbrücken lauern die frechen Seevögel auf Fischbrötchen und Pommes. Auf dem Fischmarkt spekulieren sie auf die Reste vom Marktgeschehen. Und wer nicht aufpasst, bekommt schon mal einen echt ätzenden Gruß aus der Luft ab. Werden die Möwen in Hamburg tatsächlich immer dreister? Wie funktioniert das Zusammenleben mit den frechen Vögeln im Großstadtrevier?
Ob Silbermöwe, Sturmmöwe oder Lachmöwe, Fischbrötchen-Verkäufer Waldi kennt seine gefiederten Stammgäste genau. Täglich steht er an den Landungsbrücken und versorgt Touristen mit Matjes, Backfisch & Co. Zu seinem Job gehört inzwischen auch, die Kundschaft vor den Möwen zu warnen, die hartnäckig auf ihre Chance warten. An seiner Bude ist Waldi längst zum Vogelkundler geworden. Er hat die schlauen Vögel fest im Blick. Die wiederum beobachten das Verhalten der Menschen ganz genau und taxieren, wer sich wohl den Fisch vom Brötchen nehmen lässt.
Für den Falkner Herbert Boger gehören Möwen ebenfalls zum Arbeitsalltag. Regelmäßig ist er am Hamburger Flughafen im Einsatz. Denn: Wenn eine Möwe oder gar ein Schwarm in ein Triebwerk gerät, kann das für Flugzeug, Besatzung und Passagiere höchst gefährlich werden. Da die Küstenvögel geschützte Wildtiere sind, setzt der Experte auf eine natürliche Form der Vergrämung: Seine Greifvögel sollen den Möwen signalisieren, dass dieser Ort für sie nicht sicher ist, und zwar ohne sie dabei zu verletzen. Doch die Möwen sind äußerst lernfähig. Die Wirkung der Vergrämung hält oft nicht lange an. Unterstützt wird Boger von der jungen Falknerin Vanessa Vierow. Sie übernimmt einen eigenen Einsatz und soll die Möwen von einem Bürogebäude vertreiben, eine Maßnahme gegen Lärm und Vogelkacke. Es geht auch um Hygiene, denn Möwen sind Allesfresser und ihre Hinterlassenschaften damit für Menschen potenziell infektiös.
Marco Sommerfeld hat eine ganz andere Mission: Als Vogelschutzbeauftragter des Naturschutzbundes Hamburg ist er gewissermaßen „Anwalt der Möwen“. Gemeinsam mit Lars Habenicht, der beim BUND seinen Bundesfreiwilligendienst leistet, beobachtet er die Tiere im Hafen und in der Innenstadt. Das Team will herausfinden, wie sich die Möwen an das Großstadtleben angepasst haben, wo sie brüten und warum sie sich zunehmend auch in urbanen Gebieten wohlfühlen. Denn während an der Küste die Bestände mancher Möwenarten zurückgehen, sind die Tiere in Hamburg an vielen Stellen präsent. Auf den Gründächern der Stadt finden sie geschützte Brutplätze und Futter gibt es Form von Abfall und Essensresten reichlich.
Ein besonderer Möwen-Hotspot ist der Hamburger Fischmarkt. Jeden Sonntagmorgen sind dort nicht nur Händler und Besucher unterwegs, sondern auch besonders viele Möwen. Sie warten auf Fischreste und andere Essensabfälle. Kaum ist der Markt vorbei, beginnt für die Stadtreinigung die Arbeit. Die Mitarbeitenden beseitigen die Hinterlassenschaften des Markttreibens - und damit auch einen Teil des reich gedeckten Möwen-Büfetts.
Achtung Möwe! Von der Fischbrötchen-Bude über den Flughafen und den Fischmarkt bis zum Bürokomplex zeigt die „Nordreportage“ das spannungsreiche Zusammenleben von Mensch und Möwe im Großstadtrevier.
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Personen
| Redaktion: | Arne Siebert, Dirk Külper |
| von: | Babette Hnup |
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