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Klimakrise, Wohnungsnot, Ungleichheit: Die Wirtschaft verursacht gewaltige Probleme und die Menschheit kriegt sie nicht in den Griff. Vielleicht weil seit Jahrzehnten immer nur eine Lösung probiert wird: Mehr Markt. Brauchen wir in Zukunft also tatsächlich mehr Planwirtschaft? Aber gilt sie nicht längst als gescheitert?
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Eigentlich ist Planwirtschaft eine genial einfache Idee. Nur haben wir aus der Sowjetunion gelernt, dass kommunistische Planwirtschaft immer ineffizient ist, Innovation hemmt und zu Machtmissbrauch führt. Oder stimmt diese Regel gar nicht mehr?Auch kapitalistische Volkswirtschaften haben immer geplant und tun es heute mehr denn je. Der globale Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg, Chinas Marktsozialismus, Europas Energiewende - alles Beispiele für ziemlich gut funktionierende Wirtschaftsplanung. Selbst Amazon nutzt Planungsalgorithmen eines sowjetischen Mathematikers. Offenbar sind Markt- und Planwirtschaft nicht unvereinbar - sie lernen voneinander. Durch Informationstechnik und Künstliche Intelligenz wird Planung auf einem ganz neuen Level möglich. Ist eine neue, demokratische Planwirtschaft also machbar?Vielleicht hatte der Sozialist Salvador Allende ja die richtige Vision mit Cybersyn, einem in den 1970er Jahren revolutionären Computersystem. Das sollte die komplette chilenische Wirtschaft vernetzen, den Betrieben mehr Autonomie und den Mitarbeitern Mitsprache ermöglichen. Aber dann putschte das chilenische Militär, Allende erschoss sich und der Cybersyn-Traum einer demokratisch-kooperativen Wirtschaft war zu Ende.Doch jetzt ist die Idee zurück: mit digitalen Zwillingen für ganze Wirtschaftsblöcke, mit lokal planenden Bürgerräten, Green Deals und der Vision von planetaren CO2-Budgets. Nicht als Reinform zentraler Planung, sondern als Mischung aus strategischer Planung, demokratischen Elementen und einem gut geregelten Markt.
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