Brasilien: Die Macht der Evangelikalen

Frankreich, 2026
bis 23:35
Gesellschaft und Politik
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • 20261027224500
VPS 00:00

Übersicht

In Brasilien machen die Evangelikalen ein Drittel der Wählerschaft aus. Die bibeltreuen Christen verhalfen Jair Bolsonaro im Jahr 2018 zum Wahlsieg. Nach dessen Verurteilung wegen eines Putschversuchs unterstützt die Gruppierung aus dem äußerst rechten Spektrum nun seinen Sohn Flávio - für die Wahlen im Oktober 2026.

Themen

    Details

    Brasiliens politische Landschaft wird zunehmend von einer mächtigen religiösen Kraft geprägt: den Evangelikalen. Mit rund 70 Millionen Anhängern stellen sie fast ein Drittel der Wählerschaft und haben sich in 50 Jahren zu einer der einflussreichsten politischen Bewegungen des Landes entwickelt. Ihre Macht reicht von Tausenden Kirchen über große Medienimperien bis hin zu Hunderten Politikern, die ihre Agenda vertreten.Ein Höhepunkt war die Wahl 2018, die Jair Bolsonaro mit der Unterstützung von rund 70 Prozent der Evangelikalen gewann. Dessen politisches Erbe ist umstritten: Nach seiner Verurteilung wegen eines Putschversuchs stellte er seinen Sohn Flávio als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2026 auf. Ihm gegenüber steht der linksgerichtete Lula da Silva, der zum vierten Mal antreten will.Die Dokumentation zeigt die Schlüsselfiguren dieser Machtkämpfe: Silas Malafaia, einflussreicher Fernsehprediger und „Königsmacher“; Sonia und Estevam Hernandes, Organisatoren des „Marsches für Jesus“ und Besitzer eines Gospel-Medienimperiums; Pastor Eurico, Abgeordneter und strategischer Kopf der evangelikalen Lobby im Kongress; Valdeci, Pastor in einer Favela Rios, wo die Kirche längst die Rolle des Staates übernommen hat. Auch der junge Prediger João Vitor Ota erreicht Millionen junger Menschen mit konservativen Werten.Doch es gibt Gegenstimmen: Henrique Vieira, ein linker Pastor und Abgeordneter, sowie Pastor Atila, der eine inklusive evangelikale Gemeinde in São Paulo leitet. Zwischen Megakirchen, Favelas, Fernsehstudios und Parlament wird deutlich, wie die Bewegung die Politik Brasiliens prägt - und warum die nächsten Wahlen entscheidend sein werden.

    Hinweis

    Personen

    Regie:Souleyman Messalti


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