Thorin - Der letzte Neandertaler

Frankreich, 2024
bis 23:35
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20261010224000
VPS 00:00

Die Archäologen Laure Metz und Ludovic Slimak bei Ausgrabungen in der Grotte Mandrin: Ihr Team fand heraus, dass die Grotte abwechselnd von Neandertalern und Homo sapiens besiedelt wurde.


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Bild 1

Die Archäologen Laure Metz und Ludovic Slimak bei Ausgrabungen in der Grotte Mandrin: Ihr Team fand heraus, dass die Grotte abwechselnd von Neandertalern und Homo sapiens besiedelt wurde.


Bild 2

In der Grotte Mandrin wurde der erste Neandertaler in Frankreich seit einem halben Jahrhundert ausgegraben: Thorin gehörte einer der letzten Neandertaler-Linien an. (animierte Darstellung)


Bild 3

Kalzit-Fragment aus der Grotte Mandrin: Der Archäologe Ludovic Slimak entdeckte hier Fossilien und Feuersteine, die beweisen, dass Neandertaler die Höhle über 80.000 Jahre lang bewohnten.


Bild 4

Die Archäologin Laure Metz zeigt eine Pfeilspitze, die in der Grotte Mandrin gefunden wurde und als Jagdwerkzeug diente.

Übersicht

Die Grotte Mandrin im Rhône-Tal ist eine faszinierende Ausgrabungsstätte. Der Archäologe Ludovic Slimak entdeckte hier Fossilien und Feuersteine, die beweisen, dass Neandertaler die Höhle über 80.000 Jahre lang bewohnten. Zudem wurde in der Höhle der erste Neandertaler in Frankreich seit einem halben Jahrhundert ausgegraben - er bekam den Namen Thorin.

Themen

    Details

    Bevor die Neandertaler vom Erdboden verschwanden, lebten sie für eine Dauer von rund 300.000 Jahren auf dem eurasischen Kontinent. Warum starben sie aus? Wie trat der Homo sapiens an ihre Stelle? Die Forschungen des Teams um Ludovic Slimak deuten darauf hin, dass Homo sapiens bereits vor rund 54.000 Jahren im Rhônetal präsent war - deutlich früher als bisher angenommen. Zugleich zeigen die außergewöhnlich gut erhaltenen Ablagerungen, dass Homo sapiens und Neandertaler die Höhle in sehr kurzer zeitlicher Folge nutzten und sich möglicherweise in der Region begegneten. In der Grotte Mandrin sind archäologische Fundstücke außergewöhnlich gut erhalten. Dies liegt an ihrer Öffnung gen Norden, durch die der Mistral Sand in sie hineinträgt. Ausgrabungen beweisen, dass Menschen die Höhle über einen Zeitraum von rund 80.000 Jahre lang immer wieder nutzten. Die Analyse von Rußablagerungen erlaubt es, Dauer und Abfolge einzelner Besiedlungsphasen erstaunlich genau zu rekonstruieren. In einer rund 54.000 Jahre alten Schicht fanden Forscher zudem winzige Feuersteinspitzen. Sie zeigen, dass die ersten des Homo sapiens, die sich in der Höhle niederließen, mit Pfeil und Bogen jagten - und das 40.000 Jahre vor der bisher angenommenen Erfindung dieser Jagdmethode. Haben diese Homo sapiens - die ersten, deren Überreste im heutigen Westeuropa gefunden wurden - die Neandertaler aus der Grotte Mandrin vertrieben? 2015 wurde eine neue Entdeckung gemacht: In einer Schicht, die auf etwa 10.000 Jahre nach der Ankunft des anatomisch modernen Menschen zurückgeht, wurden die fossilen Überreste eines Neandertalers gefunden. Sie zeigen, dass der Neandertaler in die Grotte Mandrin zurückgekehrt sein muss. Zunächst wurde seine DNA einer alten Neandertaler-Linie zugewiesen. Über einen Verwandten wurde dann aber eine neuere Abstammungslinie der Art in Südeuropa gefunden. Seither kann bei den späten Neandertalern von einem mediterranen Zweig gesprochen werden. Die Geschichte des Aufeinandertreffens zweier Arten der Gattung Mensch im Rhône-Tal ist ein archäologischer Thriller.

    Hinweis

    Synchronfassung

    Personen

    Regie:Pascal Cuissot

    3 weitere Sendetermine



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