Washington, 1972: US-Präsident Richard Nixon am Telefon im "Oval Office" im Weißen Haus
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Washington, 1972: US-Präsident Richard Nixon am Telefon im "Oval Office" im Weißen Haus

New York City, Mai 1970: Eine Gruppe von Bauarbeitern demonstriert in der Nähe der Wall Street in Manhattan gegen die Anti-Vietnam-Proteste.
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Als Reaktion auf die Aufhebung der Rassentrennung, den studentischen Widerstand gegen den Vietnamkrieg und die immer lauter werdende Stimme der Feministinnen wenden sich zahlreiche Amerikaner den Konservativen zu. Dem republikanischen Präsidenten Richard Nixon kommt dies zugute. Er vertritt zwar einige rechte Ideen, kann jedoch nicht als Konservativer bezeichnet werden.
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1968: Mit dem Wahlkampfthema „Recht und Ordnung“ sichert sich der Zentrist Richard Nixon die Nominierung als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaftswahl und schlägt damit seinen konservativen Herausforderer Ronald Reagan. Nixon hat außerordentliches politisches Geschick. Seine Kampagne richtet sich an die „stille Mehrheit“ des amerikanischen Volkes, die genug hat von Rassenunruhen und Friedensdemonstrationen. Und der Erfolg gibt ihm recht: Die „stille Mehrheit“ verhilft ihm zum Wahlsieg. Der neue Präsident greift hart durch.
1970 eröffnet die Nationalgarde das Feuer auf Studierende der Universität Kent State - vier von ihnen sterben. In Manhattan greifen Arbeiter der Baustelle des World Trade Centers studentische Anti-Vietnam-Demonstranten an. Und zum ersten Mal stellt sich die evangelikale Rechte offen hinter einen amerikanischen Präsidenten.
Aber diese Radikalisierung der amerikanischen Gesellschaft kommt nicht der konservativen Bewegung zugute, sondern einzig und allein dem amtierenden Präsidenten. Für Reagan bleibt Nixon - obwohl er ausgesprochen rechte Ideen vertritt - ein unverbesserlicher Liberaler. Nixon steht weiterhin für den Wohlfahrtsstaat ein, bekämpft Armut und institutionalisiert die Umweltpolitik.
Gleichzeitig ist überall in der Gesellschaft eine Radikalisierung spürbar. 1973 mobilisieren sich Millionen Hausfrauen gegen die Gleichstellung von Mann und Frau. Im selben Jahr stürzt die erste Ölkrise Amerika in eine tiefe Rezession, der die Regierung machtlos gegenübersteht. Das Kapitel Nixon endet kläglich mit dem Watergate-Skandal. Ronald Reagan ist überzeugt, dass jetzt die Stunde der konservativen Revolution gekommen ist.
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