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GründerzeitvillaWer die Villa Charlotte in Bad Harzburg betritt, findet sich plötzlich in der Gründerzeit wieder. Hohe Decken, schwere Möbel, glitzernde Leuchter, jedes Detail wirkt, als sei es einer alten Fotografie entsprungen. Doch was aussieht wie ein Museum, ist das Zuhause von Michael und seinem Mann Sven. Die beiden haben das 1894 erbaute Haus vor einigen Jahren gekauft und seitdem unermüdlich daran gearbeitet, die Räume im Stil der Gründerzeit um 1880 einzurichten. Möbel, Bilder, Porzellan: alles stammt aus der Epoche. „Wir wollten keinen Stillstand wie in einem klassischen Museum, sondern ein Zuhause, das wir bewohnen - und in dem man zugleich Geschichte spüren kann“, sagt Michael. Regelmäßig laden Michael und Sven Freunde zu langen Abenden ein. Dann wird in der historischen Küche gekocht, an der großen Tafel gespeist und bei Kerzenschein über Geschichten und Vergangenheit gesprochen. So entsteht eine Atmosphäre, in der die Gründerzeit nicht nur gesammelt, sondern im Alltag gelebt wird. Aus einer Villa ist so nicht nur ein prachtvolles Haus geworden, sondern das gemeinsame Lebensprojekt zweier Menschen: voller Geschichte, voller Leidenschaft - und ein Zuhause, in dem Vergangenheit und Gegenwart eine ganz eigene Verbindung eingehen.Ungewöhnlicher UmbauSie haben sich ihren Wohntraum erfüllt: in einem ehemaligen Gülletank. Kirsten (54) und Norbert (62) Jarr wohnen jetzt auf 185 Quadratmetern, wo früher Fäkalien von Kühen schwammen. Der Grundriss: rund statt eckig. Deshalb mussten die Zimmer aufgeteilt werden, wie Kuchenstücke einer Torte. In insgesamt fünf Räume. Der Güllebehälter gehört zu ihrem Familienhof im schleswig-holsteinischen Brekendorf. Kirstens Vater hat ihn vor 40 Jahren gebaut. Bevor der Umbau zum Wohnraum begann, hat Norbert die Wände mit einem Hochdruckreiniger von der Restgülle gereinigt. Norbert hat den größten Teil des Umbaus selbst gemacht. Als Frührentner und gelernter Zimmermann war das für ihn kein Problem. Ein Jahr und zwei Monate hat der Umbau gedauert. Hilfe hatte er u.a. beim achteckigen Holzdach. Norbert wollte keine Schraube, keinen Nagel im Holz. Deshalb hat ein befreundeter Zimmermann das Dach mit sogenannten Schwalbenschwanzverbindungen gebaut. Und das war teuer. 149.000 Euro hat alleine das Dach gekostet. Insgesamt hat das Paar rund 500.000 Euro in den Umbau gesteckt. Das Haus ist besonders energiesparend. Die Wände: 24 Zentimeter Stahlbeton und Zentimeter Isolierung. Ihre Fußbodenheizung wird mit einer Wärmepumpe betrieben. Eine Frage müssen sie sich von Besuchern immer noch anhören - die nach dem Geruch. „Man riecht nichts, absolut nicht! Es riecht nur nach frischem Holz“, so Kirsten.
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