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Unterwegs zwischen Kiosk, Kleingarten und Campingplatz: Nur wenige Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 ist die Stimmung hier bei einigen Menschen enttäuscht, frustriert, sogar verbittert. Die Meinung zur Politik ist bestimmt von dem Gefühl, nicht gesehen zu werden: „Die Entscheidungen treffen sowieso die da oben!“ Nicht nur das Vertrauen in die Politik ist gesunken - auch in die Demokratie. Viele sind sich sicher, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann.Frust auf „die da oben“ ist nicht nur Populismus: Der Elitenforscher Michael Hartmann beschreibt ein stabiles „oben“ in Wirtschaft, Justiz und Politik, das bestimmt, wie es in Deutschland weitergeht. Das Problem: Dieses „oben“ speist sich seit Jahrzehnten aus den reichsten Schichten Deutschlands. Die werden immer reicher und entfernen sich zunehmend von den übrigen „da unten“.Diese Ungleichheit gefährde so die Demokratie: Weil die Entscheider eine andere Lebensrealität haben als die Mehrheit und weil die Vermögenden mehr Einfluss auf die Politik nehmen können.Auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt zeigt sich diese Ungleichheit wie im Brennglas: seit Jahren steigen die Preise extrem, vor allem an der Ostseeküste. Hier können sich nur die etwas leisten, die ohnehin viel haben. Und die kommen meist von außerhalb. So wie in Dranske: Die Gemeinde am nördlichsten Zipfel der Insel Rügen beobachtet seit Jahren, dass immer mehr Häuser und Wohnungen vor allem an Feriengäste vermietet werden. Sie will sich deshalb eine Satzung geben, um den Wohnraum zu sichern und Immobilien auch für Einheimische bezahlbar zu machen. Doch dagegen regt sich Widerstand von denjenigen, die an Touristen vermieten wollen. Sie haben ein Bürgerbegehren gegen die Satzung auf den Weg gebracht.Das Leben für „die da unten“ wird schwerer, Sorgen und Probleme gibt es viele. Trotzdem warnt Soziologin Beate Küpper vor einem „Kaputt-Meckern“ der Demokratie. Immer mehr Menschen würden sie umdeuten und begeistern sich für politische Angebote von „rechts außen“ und einen Populismus, der das klare Ziel verfolgt, Teile der Gesellschaft auszugrenzen. „Zur Demokratie gehört auch, Verantwortung zu übernehmen und das Minimale an Verantwortung ist, die Demokratie nicht kaputt zu machen“, sagt Beate Küpper. Die Demokratie steht auf der Kippe. Wer muss sie reparieren? Die „da oben“ oder die „da unten“?
Hinweis
Personen
| von: | Carolin Kock, Jette Studier |
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