Übersicht
Die Reihe „Legendäre Prachtstraßen“ zeigt monumentale Orte zwischen architektonischem Erbe, Kultur und Nachhaltigkeitskonzepten. In dieser Folge: Budapests schönste Straße, die Andrássy út. Eine schnurgerade Allee, die von der Innenstadt zum Stadtwäldchen führt. Angelegt wird sie im 19. Jahrhundert und soll Budapest endlich zu einer Weltstadt machen. Vorbilder: Wien und Paris.
Themen
Details
Benannt ist die Andrássy út nach Graf Gyula Andrássy. Er war erst Revolutionär, dann Ministerpräsident von Ungarn. Ihm wurde sogar ein Verhältnis mit Kaiserin „Sisi“ nachgesagt. Der Bau der Prachtstraße war seine Idee. Ein gigantisches Städtebauprojekt und frühes Beispiel für Gentrifizierung. Für die Prachtstraße muss ein altes Kneipenviertel weichen. Prominentestes Gebäude ist die Ungarische Staatsoper. Kaiser Franz Joseph I. hatte befohlen, dass sie nicht größer als die Wiener Oper werden durfte, musste aber bei der Eröffnung feststellen, dass er wohl vergessen hatte zu sagen, dass sie auch nicht schöner werden sollte ...Ebenfalls von Wien übernommen: die Kaffeehaus-Kultur. Im Künstlercafé schräg gegenüber der Oper treffen sich bis heute Intellektuelle und Künstler.Den besten Blick auf die Andrássy út hat man von der Dachterrasse des ehemaligen Pariser Kaufhauses. Unter der Andrássy út verläuft die älteste U-Bahn Kontinentaleuropas, 1896 eröffnet. Als die Andrássy út angelegt wurde, gab es noch eine doppelreihige Platanenallee zu beiden Seiten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die meisten Bäume gefällt und aus Mangel an Brennstoff verheizt. Nur eine Platane aus dieser Zeit hat überlebt. Sie ist eine stumme Zeitzeugin der Geschichte der Andrássy út und wird von den Stadtgärtnern liebevoll gepflegt.
Hinweis
Personen
| Regie: | Nicola Graef, Heike Nikolaus |