Die Nordreportage

Eine Brücke zieht um - 5.000 Tonnen Stahl auf dem Weg durch Hamburg

bis 18:45
Reportage
  • Stereo
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  • HDTV
  • 20260812181500
VPS 00:00

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    Details

    Es ist eines der derzeit umstrittensten und spektakulärsten Bauprojekte Hamburgs: die alte Stahlbrücke mitten in Altona. Weil sie nach 100 Jahren marode ist, errichtet die Deutsche Bahn an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt eine neue Brücke - länger, höher und gewaltiger als die alte Überführung.Seit über einem Jahr schweißt das aus mehr als 100 Spezialisten bestehende Team von Bauleiter Torsten Kremser die rund 4500 Tonnen Stahl zu einer Brücke zusammen, rund 500 Meter vom Einbauort entfernt - des Platzes wegen. Denn der ist mitten in der Stadt begrenzt. Wenn alles klappt und jede Schweißnaht den Röntgentest bestanden hat, kommt die Stunde von Projektleiterin Janna Widmaier. Für die erst 36-jährige Ingenieurin ist es das bisher größte Projekt und wahrscheinlich auch wichtigste ihrer beruflichen Karriere. Sie ist dafür verantwortlich, dass die neue Brücke Ende Juli 2026 an ihrem neuen Standort steht.Es wird eine der spektakulärsten Reisen einer Brücke und muss eine logistische Meisterleistung werden. An nur einem Tag soll die Brücke, 108 Meter lang, 21 Meter breit und an der höchsten Stelle 25 Meter hoch, mit zwei sogenannten „Tausendfüßlern“ die Strecke bis zum Bahndamm zurücklegen. Die Tausendfüßler sind hydraulische Spezialfahrzeuge mit Dutzenden einzeln lenkbaren Rädern. Mit ihnen wird die Brücke mitten durch einen engen Korridor einer Wohnstraße gezirkelt, vorbei an einer Tankstelle mit nur wenigen Zentimetern Platz auf jeder Seite.Schon im Vorfeld müssen dafür zahlreiche Laternen abgesägt, das Vordach der Tankstelle gekappt und Bäume beschnitten werden. Die Straßendecke ist extra für das immense Gewicht verstärkt worden. Für die Dauer des Manövers werden die Anwohner ihre Häuser verlassen, weil während des Transportes auch für Feuerwehr und Rettungswagen kein Durchkommen ist.Am Ziel angekommen, senkt das Spezialteam die Tausende Tonnen schwere Brücke auf ihren riesigen Hydraulikzylindern ab. Dann heißt es: schnell die Schienenstränge verbinden, damit in wenigen Wochen ICEs und S-Bahnen wieder Richtung Norden fahren können. Geplante Nutzungsdauer der neuen Brücke: 100 Jahre.

    Hinweis

    Personen

    von:Peter Kleffmann

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