Wir wollten nur raus

DDR-Häftlinge kämpfen gegen das Vergessen (Deutschland, 2022)

bis 03:00
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260813023000
VPS 02:30

Freunde fürs Leben. Peter (r.) hat vor 40 Jahren seinen Freund Christoph (l.) auf diesem ehemaligen Freiganggelände kennengelernt. Jetzt können sie lachen, damals konnten sie es nicht.


Bildauswahl:


Bild 1

Freunde fürs Leben. Peter (r.) hat vor 40 Jahren seinen Freund Christoph (l.) auf diesem ehemaligen Freiganggelände kennengelernt. Jetzt können sie lachen, damals konnten sie es nicht.


Bild 2

Peter (r.) und Margot (l.) waren zwei ehemalige Häftlinge. Er interviewt sie für seine Promotion im Fach Geschichte. Sie will ihn beraten für Entschädigungsleistungen des Staates. Beide gehen ihren Weg.


Bild 3

Die Zelle 306 im ehemaligen Cottbuser Gefängnis. So voll waren die Zellen in den 70er-Jahren. Ruhe gab es nicht. Wer hier gesessen hat, hat es nie vergessen.


Bild 4

Logo "37°"


Bild 5

Der Eingang zum ehemaligen Gefängnis Cottbus, heute ein Menschenrechtszentrum. Durch diesen Eingang wurden die politischen Häftlinge gefahren. Sie kamen meist aus Einzel-Untersuchungshaft. In Cottbus erwarteten sie volle Zellen ohne Rückzugsmöglichkeit.


Bild 6

Freunde fürs Leben. Vor 40 Jahren haben sie sich hier verabschiedet - im Kartoffelkeller des Gefängnisses. Peter (l.) musste als Strafe Kartoffel schälen. Christoph (r.) hat sich mit zum Kartoffelschälen einteilen lassen. Der eine wurde den nächsten Tag entlassen, weil die BRD ihn freigekauft hat. Der andere musste im Gefängnis bleiben.


Bild 7

Peter im Stasi-Unterlagen-Archiv. Hier hat er herausgefunden, dass sein Bruder für die Staatssicherheit arbeitete. Danach hat Peter sein Leben geändert und begann Geschichte zu studieren.


Bild 8

Peter in seinem ehemaligen Gefängnis. Heute ist es ein Menschenrechtszentrum.


Bild 9

Burkhardt hat nur wenige Fotos aus seiner Kindheit und Jugend. Mit seinem Stiefvater wurde sein Leben äußerst hart. Der Stiefvater glaubte an die DDR - nicht an den Stiefsohn.

Themen

    Details

    Das Zuchthaus Cottbus war eines der größten politischen Gefängnisse der DDR. Heute ist dort ein Menschenrechtszentrum. Die früheren Insassen haben das Gefängnis gekauft. „37°“ begleitet drei Protagonisten, die an dem Projekt mitarbeiten. Allen ist im Zuchthaus Cottbus massives Unrecht widerfahren. Die Folgen der Haft dauern bis heute an. Auch ein ehemaliger Aufseher des Zuchthauses kommt zu Wort. Als die Familie von Peter Keup 1975 einen Ausreiseantrag stellt, beginnt für den damals 16-Jährigen eine schwierige Zeit. Er wird von der Erweiterten Oberschule verwiesen, ein Studium in der DDR wird damit unmöglich. Man übt Druck auf ihn aus, er soll sich vom Ausreiseantrag der Familie distanzieren. Sechs Jahre kann er es ertragen, dann will er über Ungarn fliehen und wird festgenommen. Er landet im Gefängnis Cottbus, wird freigekauft und kann zu seiner Familie nach Essen. Dort stellt er fest, dass nicht nur sein Bruder für die Staatssicherheit gearbeitet hat, sondern auch Onkel und Tanten. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung ändert Peter Keup sein Leben: Er verkauft seine Tanzschule in Essen und beginnt, Geschichte zu studieren. Er versteht nicht, dass es noch immer Menschen gibt, die den Jahrestag der DDR-Gründung feiern und auf die guten Seiten der DDR verweisen. Er will sich dieser Verklärung der DDR-Geschichte entgegenstellen. Burkhardt Aulich ist noch heute schwer traumatisiert durch seine Erfahrungen mit dem DDR-Regime. Seine Versuche, sich anzupassen, scheitern immer wieder. Schließlich entzieht man ihm den Personalausweis. Er muss Ostberlin verlassen und flieht in die Prager Botschaft der BRD. Dort kann man ihm nicht helfen. Beim anschließenden Versuch, über die ungarische Grenze zu fliehen, wird er erwischt und landet im Zuchthaus Cottbus, wo er von 1977 bis 1978 inhaftiert ist. Burkhardt Aulich engagiert sich in Cottbus, weil er Geschichte nicht den Historikern überlassen will. Für ihn geht es um die Frage, was man aus der Vergangenheit gelernt hat. Und was getan werden kann, damit so etwas nie wieder passiert. Wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter muss Margot Rothert ihre Haftstrafe im Zuchthaus Cottbus antreten. Ihr Kind wird zur Adoption freigegeben. Geschwächt durch die Geburt, ohne medizinische Versorgung und hohem psychischen Druck ausgesetzt, wird sie dennoch zur Zwangsarbeit eingeteilt. Erst nach 33 Jahren trifft sie ihre Tochter wieder. Margot Rothert gewinnt nach der Wiedervereinigung Deutschlands einige Gerichtsprozesse mit Bezug zur politischen Verfolgung in der DDR. Heute berät sie Menschen, die unter dieser Verfolgung gelitten haben.

    Hinweis

    [Ton: Audiodeskription ]

    Personen

    von:Katrin Lindner


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