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Blick hinter die Kulissen des Kurortes Oberstaufen im Allgäu im Jahr 1995. Jährlich kamen damals etwa 9000 Kurgäste zu einer Entschlackungskur, die 100 Jahre davor vom Landwirt Johann Schroth entwickelt worden war. Diese Art von Kur war besonders beliebt, weil der Kurzarzt bis zu einem Liter Wein täglich erlaubte. Neben den Abspeck-Kuren stand anderes im Mittelpunkt. Stammgäste reisten vorwiegend alleine an und schon ab dem Nachmittag wurde in den Discotheken wild geflirtet und sich amüsiert.
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Die Filmemacherinnen Sabine Oehmichen-Lang und Hanne Kaisik-Aumüller zeigen in Ihrem Film aus dem Jahr 1995 schonungslos auf, wie zumindest in Oberstaufen die Solidargemeinschaft der Krankenkassen-Beitragszahler geschröpft wird durch gewiefte Abzocker im Gesundheits- bzw. Kurbadsystem. Wobei man aber fairerweise sagen muss, dass auch etliche der Kurgäste in Oberstaufen diese Art von „Kur“ aus der eigenen Tasche bezahlen. Am Morgen wird noch etwas für die Gesundheit getan - sofern man/frau nach dem anstrengenden Nachtleben rechtzeitig aus den Federn kommt. Aber spätestens nach dem kargen Schroth-Kur-Mittagessen trennt sich die Spreu vom Weizen. Der eine Teil der Kurgäste bleibt brav, geht wandern und lauscht anschließend dem Kurorchester. Der andere, der größere Teil begibt sich bereits nachmittags in den „Ponyhof“, einen klassischen Amüsierbetrieb für Gäste mittleren Alters. Von Stund an bis weit in die Nacht hinein wird dort und in weiteren Etablissements gezecht, getanzt und geflirtet, was die nicht mehr ganz jungen Knochen hergeben.
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