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Die 42-jährige, psychisch kranke Charlotte lebt mit ihrem Vater abgeschieden im Trentino. Sie bewegt sich in der Welt ihrer eigenen Wahrnehmungen. Als ihr Vater nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus kommt, nimmt ihr nach Jahren zurückgekehrter Bruder Leo sie mit in die Schweiz. Die erste Reise ihres Lebens wird für beide zur herausfordernden Annäherung. Drama von Rolando Colla.
Themen
Details
Charlotte ist 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater zurückgezogen im Trentino. Ihr Alltag spielt sich zwischen Garten, Wald und Tieren ab. Zugleich ist er geprägt von einer psychischen Beeinträchtigung. Charlotte lebt in der Welt ihrer eigenen Wahrnehmungen. Wenn die Angst sie überfällt, gerät ihre fragile Ordnung ins Wanken. Als ihr Vater nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, kehrt ihr jüngerer Bruder Leo nach zehn Jahren in das Dorf zurück. Zwischen den Geschwistern liegt eine problembehaftete Familiengeschichte, doch Leo erkennt, dass Charlotte fortwill, und nimmt sie mit in die Schweiz. Für Charlotte beginnt damit die erste Reise ihres Lebens. In der fremden Umgebung muss sie sich mit neuen Orten, unbekannten Regeln und anderen Menschen auseinandersetzen. Leo versucht, ihr ein anderes Leben zu zeigen und ihr Halt zu geben, stößt dabei jedoch immer wieder an Grenzen. Charlotte erlebt Momente der Leichtigkeit, knüpft vorsichtig Beziehungen und entdeckt neue Ausdrucksmöglichkeiten. Zugleich führen Enttäuschungen und Überforderung immer wieder zu Krisen, die das ohnehin angespannte Verhältnis der Geschwister auf eine harte Probe stellen.
Rolando Colla erzählt diese Annäherung mit großer Empathie. Der Film verbindet Außenbeobachtung und subjektive Wahrnehmung, ohne Charlotte auf ihre Erkrankung zu reduzieren. So entsteht ein stilles, eindringliches Drama über Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und den schwierigen Versuch, einander wirklich zu verstehen.
Hinweis
„Charlotte, eine von uns“ feierte im November 2024 Weltpremiere und wurde 2025 unter anderem bei den Solothurner Filmtagen sowie beim Trieste Film Festival gezeigt, wo der Film eine Special Mention erhielt. Rolando Colla nähert sich seiner Figur mit einer Inszenierung, die innere Wahrnehmung und äußere Realität behutsam verschränkt. Linda Olsansky trägt den Film mit einer körperlich wie emotional außergewöhnlich präzisen Darstellung.Audiodeskription, Produktion: Peacock Film, Kiné Società Cooperativa, SRF, SRG SSR, ARTE
Personen
Schauspieler: Rolle | Charlotte Leo der Vater Sue Pavel Marcel die Ärztin |
| Regie: | Rolando Colla |
| Drehbuch: | Linda Olsanksy, Rolando Colla |
| Kostüme: | Daniela Verdenelli |
| Kamera: | Nikolai von Graevenitz |
| Musik: | Nils Petter Molvaer |