Spicy Stories

Der Boom von Romance- und New-Adult-Literatur

bis 19:00
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260704183000
VPS 00:00

Übersicht

Von Literaturkritikerinnen und -kritikern als „Schund“ bezeichnet, von Leserinnen und Lesern gefeiert: New-Adult-Literatur stellt den Buchmarkt auf den Kopf. Besonders beliebt ist die toxische Seite dieser Buchwelt: die Dark-Romance-Literatur. Hier geht es um Unterdrückung, Macht und dunkle Fantasien.

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    Details

    Von romantischen Liebesgeschichten bis zu hartem Sex: New-Adult-Literatur boomt. Während die Branche in der Krise steckt, wächst die Unterhaltungsliteratur: 15 Prozent mehr Umsatz in den letzten drei Jahren. In Jugendzimmern türmen sich pastellfarbende Buchstapel; Serien wie „Maxton Hall“ und „Bridgerton“ sind Streaming-Hits. Das Geschäft mit der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden ist ein Milliardenmarkt. Das klassische Feuilleton spricht von „Softpornos in Pastell“ oder „Hirnpest in Buchform“. Die jungen Leserinnen fühlen sich hingegen in diesen Geschichten zum ersten Mal ernst genommen. Die Bücher zeigen ihre Lebensrealität: Das erste Mal von zuhause ausziehen, der erste Job, die erste Liebe und das erste Mal Sex. Die sogenannte „spicy“ Literatur ist dabei besonders erfolgreich. Der Umsatz mit der sogenannten Dark Romance wuchs im vergangenen Jahr um 200 Prozent. Hier geht es um expliziten Sex und dunkle Fantasien, die von Stalking bis zu Unterdrückung. Einige Passagen wirken wie Vergewaltigungen, weil Frauen beim Sex erpresst oder bedroht werden. Der Literaturkritiker Volker Weidermann warnt vor problematischen Frauenbildern und brutalen Unterwerfungsfantasien in einigen Büchern. J. S. Wonda, eine der erfolgreichsten Dark-Romance- Schriftstellerinnen Deutschlands, kontert: Im Internet seien ohnehin weitaus extremere Inhalte frei zugänglich. Während sich Erotikfilme an ein erwachsenes Publikum richten, stehen „spicy“ New-Adult-Bücher in einigen Buchhandlungen in der Nähe der Kinderabteilung - teilweise mit harmlosen Covern und Titeln wie Icebreaker. Die meisten Eltern wissen nicht, was ihre Töchter wirklich lesen. Im Internet posten bereits Zwölfjährige ihre Reaktionen. Die ttt-Reportage zeigt, wie stark junge Leserinnen den Buchmarkt verändert haben, wie leicht es für Minderjährige ist, an Spicy-Titel zu kommen, und wie in der Literatur eine Parallelwelt zum Pornokonsum bei Frauen entstanden ist.

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