Indiens wütende Bauern

Frankreich, 2024
bis 02:20
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260701012000
VPS 00:00

Übersicht

Die Wut war groß und die Revolte dauerte über ein Jahr: Ende 2020 gingen Hunderttausende indische Landwirte auf die Straße und protestierten gegen die Agrarreform der Regierung. Mit ihrem außergewöhnlichen Aufstand kämpften die Bauern, denen sich immer mehr Menschen anschlossen, für ihr Überleben, ihr Land und ihre Demokratie. Die indische Regierung versuchte, die Bewegung mit allen Mitteln aufzuhalten. Doch der Protest blieb standhaft. Nach 14-monatigem Ringen und zahlreichen Polizeieinsätzen, bei denen über 720 Menschen ums Leben kamen, verkündete Premierminister Narendra Modi im November 2021 in einer Rede an die Nation einen Sinneswandel und akzeptierte die meisten Forderungen der Bauern.

Themen

    Details

    Im November 2020 legte der 26-jährige indische Bauer Gurbaz Sangha 400 Kilometer auf seinem Traktor von seiner Heimat im Bundesstaat Punjab bis in die Vororte von Delhi zurück. Bald kamen Hunderttausende Männer und Frauen aus allen Kasten, Religionen und Generationen mit einem Ziel in die Hauptstadt: sie protestierten gegen die Agrarreform, die unter Narendra Modi - seit 2014 Premierminister - verabschiedet worden war. Verschiedene Verordnungen setzten die Mindestpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus, sorgten für eine Deregulierung des Agrarmarkts und schränkten die Möglichkeiten für juristische Anfechtungen durch die Landwirte ein. In den ersten Tagen errichteten die Protestierenden aus den vier agrarisch geprägten Bundesstaaten (Punjab, Haryana, Uttar Pradesh, Rajasthan) Camps auf den vier Knotenpunkten der Stadtautobahn von Delhi. Trotz der Verurteilung durch die Regierung und zahlreicher Polizeieinsätze demonstrierten über eine halbe Million Menschen für eine zuvor wohl kaum erreichte Dauer von über einem Jahr. Dabei entstand eine Parallelwelt, in der die verschiedenen Kasten friedlich koexistierten, Frauen zu politischen Partnerinnen wurden und in der sich ein pluralistisches, mutiges und ideenreiches Indien zeigte. Bald schlossen sich auch Bauern aus anderen Bundesstaaten und die Industriegewerkschaften dem Bauern Gurbaz und seinen Mitstreitern aus Punjab an. Gemeinsam führten sie einen Kampf, der so groß war wie wohl kein anderer seit der Unabhängigkeit Indiens. Diese ebenso poetische wie politische Dokumentation zeigt die Hintergründe einer der beeindruckendsten Bauernbewegungen unserer Zeit. Sie ist eine universelle Hommage an kollektiven Mut und solidarisches Handeln.

    Hinweis

    Online verfügbar von 23/06/2026 bis 29/08/2026

    Personen

    Regie:Nishtah Jain


    TVinfo
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