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BAP feiert doppelt: Wolfgang Niedecken wird 75 und vor 50 Jahren wurde BAP gegründet. Eine Band, die viel mehr ist als nur Musik. 1976 noch eine kölsche Kneipenband, ging‘s Anfang der 1980er plötzlich durch die Decke. Platz 1 in den Hitparaden und bei den Verkaufszahlen. Schließlich über Jahre einer der erfolgreichsten Rock-Acts des Landes. Kölsch wird Pop, Rock wird Haltung, Heimat wird politisch.
Mit Liedern wie „Verdamp lang her“, „Do kanns zaubere“ oder „Kristallnaach“ trifft BAP den Nerv einer Generation. 13 Nummer-1-Alben folgen - und doch bleibt die Band fest verwurzelt im Rheinland. Im Zentrum steht Wolfgang Niedecken: Sänger, Erzähler, Chronist seiner Zeit. BAP ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Musik im rheinischen Dialekt, die Millionen begeistert. Und es geht immer auch um Charakter, um Geschichten, um ein Gefühl von Zugehörigkeit. „BAP und Wolfgangs Texte haben mich erzogen“, sagt eine Konzertbesucherin, eine andere: „Die Songs haben mein Leben begleitet - in den guten, aber auch in den schlimmsten Tagen.“
Autor Peter Scharf begleitet Niedecken rund um seinen 75. Geburtstag - bei einem besonderen Konzert in der Kölner Philharmonie, auf Solo-Tour mit „Zwischen Start und Ziel“ und bei den Proben für das große Heimspiel zum Jubiläum im Kölner Stadion.
Und frühe Weggefährten erinnern sich. Manfred „Schmal“ Boecker erzählt, wie Niedecken ihm erste Songs vorspielt - „Helfe kann dir keiner“ - und sofort klar ist: „Da muss man was draus machen.“ Axel „Effendi“ Büchel beschreibt den Moment, als Klaus „Major“ Heuser das prägende Riff von „Verdamp lang her“ spielt. Das Stück war nie als Single geplant, dann lief‘s wochenlang im Radio und wurde so einer der größten Titel der Band.
Der Film zeigt BAP damals und heute: bei den Proben in St. Peter-Ording, im Austausch mit der aktuellen Band - etwa mit der Geigerin Anne de Wolff, die erzählt, wie es ist, Teil einer Band zu werden, die längst Musikgeschichte geschrieben hat.
Und immer wieder geht es um die Frage, was Heimat eigentlich ist - ein Ort, eine Sprache oder ein Gefühl, das Menschen miteinander teilen.
Auch Künstler wie Campino, Thees Uhlmann und Clueso erzählen, warum BAP sie geprägt haben. Uhlmann nennt Niedecken den „Lyrik-GOAT“ und Clueso holt ihn für „Verdamp lang her“ auf die Bühne.
BAP ist nie nur Soundtrack gewesen, sondern immer auch Kommentar zur Zeit - gegen Rassismus, gegen das Vergessen, gegen Bequemlichkeit. Lebendig wie eh und je: 50 Jahre nach ihrer Gründung spielt die Gruppe vor 50.000 Menschen im Stadion und geht auf große Tournee unter dem Titel „Zielgerade“.
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| Redaktion: | Adrian Lehnigk |
| von: | Peter Scharf |