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Immer wieder geschehen schwerste Kriegsverbrechen, sei es im Irankrieg, im Nahostkonflikt oder im Kampf um die Ukraine. Meist bleiben die Taten straflos. Ist das Völkerrecht eine Illusion?
Die Nürnberger Prozesse versprachen die juristische Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Doch Exekutionen von Zivilisten, die Verschleppung von Kindern, Vergewaltigungen, den Einsatz verbotener Waffen gibt es noch immer. Viele Täter kommen davon.
1945 schafft die Welt eine Revolution: In Nürnberg stellten die Sieger deutsche NS-Größen und Militärs wegen der Führung eines Angriffskrieges und Menschheitsverbrechen vor Gericht. Die Prozesse ließen hoffen, dass solche Taten nie mehr ohne Folgen bleiben. Doch seitdem wird diese Hoffnung immer wieder enttäuscht: in den Kriegen in Korea, Vietnam und Afghanistan, während des Völkermordes in Ruanda und der Kriege im zerfallenden Jugoslawien, im Irak, Syrien und Gaza. Auch der völkerrechtswidrige russische Angriff auf die Ukraine bildet den Rahmen für schockierende Kriegsverbrechen.
Was ist im Krieg erlaubt - und was nicht? Wann kippt Selbstverteidigung ins Unrecht? Womit darf man drohen? Und wie wahrt man die Verhältnismäßigkeit - wenn durch Luftangriffe Tausende sterben? Anhand zentraler Konflikte seit 1945 zeigt der Film Muster: Massaker wie in M? Lai, „ethnische Säuberungen“ in Bosnien, Völkermord in Ruanda, Belagerungen und Bombardierungen von Städten - von Sarajevo bis Mariupol. Immer wieder brechen Akteure im staatlichen Auftrag die bestehenden Regeln, die das „Recht zum Krieg“ und das „Recht im Krieg“ definieren. Trotz der Existenz des Internationalen Strafgerichtshofs bleiben die wichtigsten Täter oft unangetastet, weil sie geschützt werden - von Vetomächten im Sicherheitsrat, von ihren eigenen Staaten oder schlicht von Zeit und Vergessen.
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