Übersicht
Frei inspiriert vom Leben der französischen Wirtin und „bärtigen Frau“ Clémentine Delait, zeichnet Regisseurin Stéphanie Di Giusto („Die Tänzerin“) in ihrem historischen Drama „Rosalie“ das Bild einer jungen Frau, die sich über Ausgrenzung und Vorurteile hinwegsetzt und emanzipiert.
Themen
Details
Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts: Rosalie ist jung, schön und liebenswürdig. Doch seit ihrer Kindheit hütet sie ein besonderes Geheimnis: Rosalie wurde mit ungewöhnlicher Behaarung an Gesicht und Körper geboren. Um nicht aufzufallen und die Chance auf eine Ehe zu wahren, lebt sie zurückgezogen bei Ihrem Vater. Damit niemand etwas merkt, rasiert sie sich regelmäßig. Ihr zukünftiger Ehemann Abel, ein gutmütiger, verschuldeter Wirt, der sie nur wegen ihrer Mitgift heiratet, ahnt nichts von ihrem Geheimnis. Doch Rosalies Besonderheit lässt sich in der Ehe nicht verstecken. Abel ist entsetzt. Und auch die Schulden kommen schnell wieder. Da hat Rosalie eine Geschäftsidee: Indem sie ihren Bart einfach wachsen lässt, will sie sich über die gesellschaftlichen Zwänge hinwegsetzen und aus ihrem vermeintlichen Makel und der Neugier der Menschen Profit schlagen, um so das Wirtshaus zu retten. Rosalie will sich nicht länger verstecken, sondern als die Frau, die sie ist, akzeptiert werden. Ist Abel auch imstande, Rosalie den Respekt und die Liebe entgegenzubringen, die sie verdient?
Stéphanie Di Giusto erzählt die Geschichte eines ungleichen Paares, das von der Außenwelt misstrauisch beäugt wird. Trotz ihrer Differenzen ergänzen sich Rosalie und Abel zunächst als Team, das sich gemeinsam gegen die Widrigkeiten des Alltags stemmt, unerwartet gut. Mit der Zeit entwickeln sie eine emotionale Nähe zueinander, deren Intensität die Stimmung des Historienfilms maßgeblich prägt. „Rosalie“ ist eine Erzählung über das Anderssein und das Potenzial, aneinander und miteinander zu wachsen.
Hinweis
Nach ihrem Regiedebüt „Die Tänzerin“ verarbeitet Stéphanie Di Giusto auch in ihrem zweiten Film die Geschichte einer historischen Person. Clémentine Delait war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich als „femme à barbe“ bekannt. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie ein Wirtshaus in Lothringen. Inspiriert von der Kuriositätenschau auf einem Jahrmarkt ließ sie sich einen Bart wachsen, was ihr sowohl mehr Kundschaft als auch einen weitreichenden Berühmtheitsstatus bescherte. Die Verfilmung dieser außergewöhnlichen Liebes- und Lebensgeschichte feierte 2023 ihre Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Cannes in der Reihe Un Certain Regard.Audiodeskription, Synchronfassung, Produktion: Trésor Films, Gaumont, Laurent Dassault Rond-Point, Artémis Productions, Shelter Prod
Personen
Schauspieler: Rolle | Rosalie Abel Barcelin Pierre Paul Jeanne Camilius Fotograf Jean Clothilde |
| Regie: | Stéphanie Di Giusto |
| Drehbuch: | Stéphanie Di Giusto, Sandrine Le Coustumer |
| Kamera: | Christos Voudouris |
| Musik: | Hania Rani |
1 weiterer Sendetermin