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Nachdem ihn seine Frau nach fünf gemeinsamen Jahren verlässt, zieht Bernard in eine Single-Residenz und übernimmt Nachtschichten bei SOS Médecins, um nicht an Liebeskummer zu zerbrechen. Seine Nachbarin Nadine bricht nach einer Trennung zusammen ... - Bittersüße Beziehungskomödie von Patrice Leconte (1982) über Einsamkeit, Trost und die Tücken neuer Gefühle.
Themen
Details
Bernard wird von seiner Frau aus dem gemeinsamen Alltag gerissen: Nach fünf Jahren Beziehung macht sie Schluss und lässt ihn in einem Zustand zwischen Wut, Verzweiflung und Leere zurück. Um der Einsamkeit zu entkommen, zieht er in einen modernen Wohnkomplex, der ausschließlich Singles vorbehalten ist. Zusätzlich übernimmt er Nachtdienste bei SOS Médecins - Arbeit als Betäubung gegen die schlaflosen Stunden, in denen die Trennung am lautesten nachhallt. Nach einer seiner Touren kommt er spätabends nach Hause und entdeckt im Aufzug eine Frau kurz vor dem Zusammenbruch: Nadine, seine Nachbarin. Sie wurde von ihrem Partner Terry, einem selbstverliebten Musiker, verlassen und pendelt seitdem zwischen Depression und unkontrollierbaren Essanfällen. Bernard bringt sie in ihre Wohnung, hört zu, tröstet und erkennt im Kummer der anderen den eigenen. Aus den zufälligen Begegnungen im Flur und den nächtlichen Gesprächen wird Komplizenschaft. Beide klammern sich an das, was ihnen gerade möglich ist: Verständnis, Nähe, ein Moment der Ruhe. Doch je stärker die Bindung wird, desto deutlicher zeigt sich, wie fragil Trost sein kann und wie schnell aus Freundschaft Erwartungen entstehen, die beide überfordern. Patrice Leconte inszeniert die Geschichte als fein beobachtete, sanft ironische Sittenkomödie, die zwischen Melancholie und Leichtigkeit balanciert. Getragen von präzisem Timing und einem zurückgenommenen Spiel der Hauptdarstellenden entfaltet der Film eine Atmosphäre, in der Verletzlichkeit und Komik eng beieinanderliegen.
Hinweis
„Die Frau von gegenüber“ markiert in Patrice Lecontes früher Komödien-Phase eine Variation der französischen Beziehungssatire: genaue Milieubeobachtung mit spürbarem Augenmerk auf Rhythmus, Dialogführung und kontrolliertem Spiel. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit Michel Blanc, der die Hauptrolle spielt. Die Musik von William Sheller unterstreicht den bittersüßen Ton.Synchronfassung, Produktion: Fildebroc, Films Christian Fechner
Personen
Schauspieler: Rolle | Bernard Fizet Nadine Foulon Mireille Anne Terry François |
| Regie: | Patrice Leconte |
| Drehbuch: | Patrice Leconte, Joseph Morhaim, Michel Blanc |
| Kamera: | Robert Fraisse |
| Musik: | William Sheller |