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2018 verändert eine schwere Meningokokken-Infektion mit Sepsis Beyzas Leben radikal. Was als harmlose Erkältung beginnt, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Notfall.
Die damals 21-Jährige wird für zwei Wochen ins künstliche Koma versetzt. Als sie wieder aufwacht, ist nichts mehr wie zuvor: Drei Herzinfarkte, ein Herzstillstand und multiples Organversagen haben ihr Leben für immer verändert.
Beyza verliert beide Unterarme und Unterschenkel - muss alles von Grund auf neu lernen. Beyza lernt mit ihren Prothesen umzugehen, ihren Alltag neu zu organisieren und Schritt für Schritt ihre Selbstständigkeit zurückzugewinnen: wie beim Bedienen ihres Smartphones, beim Sport, beim Ausprobieren neuer Looks oder bei gemeinsamen Aktivitäten mit ihrer Schwester. Vieles, was anfangs unmöglich scheint, wird für sie wieder Teil des Lebens. „Ich hatte schwere Tage, ich habe aber trotzdem versucht zu denken, am Ende wird es irgendwie gut. Diese innere Arbeit ist schwieriger als das ganze Drum und Dran“, beschreibt Beyza ihren Weg. „Man lernt plötzlich: Was ist Selbstliebe und Selbstakzeptanz? Und wie gehe ich damit um?“
Die heute 28-Jährige entscheidet sich bewusst dafür, ihre Behinderung öffentlich zu zeigen. Auf Instagram und TikTok spricht sie offen über ihren Alltag, über Vorurteile und über den Umgang mit Prothesen, zeigt aber auch, dass sie mehr ist als Behinderung und eine ganz „normale“ junge Frau. Allein auf Instagram folgen ihr bereits über 160.000 Menschen. „Es war jetzt nicht meine Absicht, bekannt zu werden oder Follower zu kriegen. Es ging hauptsächlich nur um mich, damit ich mich so akzeptiere und ja nicht verstecke. Ich habe einfach versucht, normal weiterzuleben.“
Heute hat sie sich und ihre Prothesen akzeptiert, versucht mehr im Hier und Jetzt zu leben. Anderen Betroffenen rät sie: „Du musst nicht immer stark sein, mach langsam, stress dicht nicht, mache einfach weiter. Das hört sich alles viel einfacher an, als es ist, aber es wird mit der Zeit einfacher.“
Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de.
Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar.
Hinweis
[Ton: Audiodeskription ]
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