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Publikumsliebling Petra Morzé verkörpert in dieser neuen Erbe Österreich Spieldokumentation die Herausgeberin des ersten Wiener Heiratsannoncen-Blatts, Sophie von Zerdahelyi. Ehen wurden auch um die Jahrhundertwende primär aus wirtschaftlichen oder aus Standesmotiven heraus geschlossen. „24/176/40k fl. - gut dotiert, sucht gebildete Dame solider Moral,“ lautete zum Beispiel eine solche Anzeige mit den typischen Chiffrezahlen. Hinter jeder Anzeige lauerte eine ökonomische Gleichung, etwa: Er heiratete ihr Bargeld, sie seine Visitenkarte - die echte „Neigungsehe“ blieb die Ausnahme. Das Verkuppeln von Paaren hat in der jüdischen Kultur eine lange Tradition. Gekuppelt wurde aber auch in der katholischen Mehrheitsgesellschaft laufend. Regisseurin Gigga Neunteufel erzählt die damalige Heiratspraxis anhand mehrerer authentischer Personen, etwa Friederike Sacher, Tochter eines Hoteliers und Gastwirts in Lunz, für die der Vater den Bräutigam aussucht, den sie aber ablehnt und sich damit letztlich auch durchsetzt.
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