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Afrikanische Künstler mischen längst den internationalen Kunstmarkt auf und etablieren eigene Strukturen. Viele Länder Afrikas erleben einen kulturellen Aufschwung.Dies wird auch beflügelt durch die Rückgabe wichtiger Kunstwerke, die einst von den Kolonialmächten geraubt wurden. Dazu lockt eine boomende zeitgenössische Kunstszene private Investoren an. Neue Museen entstehen, ältere erfinden sich neu.Funkelnd leuchtet ein Gebäude an Kapstadts Waterfront und strahlt bereits von außen aus, wofür es inhaltlich steht: Selbstbewusstsein. Das „Zeitz Museum of Contemporary Art Africa“ in Kapstadt ist das bedeutendste Museum für zeitgenössische Kunst des afrikanischen Kontinents. Globalisierung und Digitalisierung verändern die internationale Kulturlandschaft tiefgreifend. Europa, einst das Zentrum der Welt, verliert seine alleinige Deutungshoheit.„Afrikas neue Museen: Aufbruch in Kapstadt“ widmet sich dem MOCAA, dem weltweit größten Museum für afrikanische Gegenwartskunst. Auf über 6000 Quadratmetern Ausstellungsfläche erhalten afrikanische Künstlerinnen und Künstler eine eigenständige Plattform von Weltrang. Welche Visionen verfolgen die Kuratorinnen und Kuratoren? Was haben die Künstlerinnen und Künstler der Welt zu erzählen?Wer das Museum betritt, gleitet abrupt in eine andere Dimension: Die Umgestaltung des 1921 erbauten und 57 Meter hohen Silokomplexes aus Beton ist beeindruckend. Stararchitekt Thomas Heatherwick hat geschickt Überbleibsel des historischen Silos erhalten und in eine moderne Struktur integriert. Das 33 Meter hohe Atrium hat das Sakrale einer Kathedrale, gleichzeitig spendet es die Geborgenheit einer Bienenwabe.Schon vor seiner Eröffnung 2017 wurde das MOCAA als neues Kunstmekka gepriesen und mit dem MoMA in New York, dem Centre Pompidou in Paris und dem Guggenheim-Museum in Bilbao verglichen. Doch das Museum ist mehr als ein Prestigeobjekt - und auch gar nicht wirklich daran interessiert, sich mit US-amerikanischen oder europäischen Institutionen zu messen. Es geht vielmehr um Perspektiven Afrikas auf dem Kontinent und in der Welt.
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| von: | Katrin Hensel-Ovenden |