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Kaum ein Bauwerk prägt unser Bild vom europäischen Mittelalter so sehr wie die Burg. Doch wie lebte es sich auf einer Burg - vom Burgherrn über die vielerorts nicht gerade zahlreiche Dienerschaft bis hin zu den Gefangenen? Gab es auf engem Raum Konflikte und wie wurden sie gelöst? Was ist Legende, was ist wahr? Die zweiteilige Dokumentation haucht europäischen Mittelalterburgen wie der rheinland-pfälzischen Burg Eltz oder dem französischen Schloss Vincennes neues Leben ein, erzählt ihre Vergangenheit mit Hilfe von Experten und verblüffenden Experimente und räumt mit Vorurteilen über die damalige Zeit auf.
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Uneinnehmbar sollten sie sein, diese Machtsymbole des Mittelalters. Burgen wurden genutzt, um einzelne Regionen, sogar ganze Reiche zu sichern. Im Frühmittelalter gab es noch kaum Belagerungsgerät, um die kolossalen Mauern zu durchbrechen. Dennoch fanden Angreifer Mittel und Wege, um eine Burg zu erobern: Wer den längeren Atem hatte, sollte am Ende siegreich sein. Wie sorgten Burginsassen vor, um jahrelange Belagerungen zu überstehen? Wie effektiv waren Katapulte wie die berüchtigte Blide, die damals als „instrumentum diabolicum“, („Teufelswerkzeug“) bezeichnet wurde? Und welche Rolle spielte die sogenannte psychologische Kriegsführung beim Kampf um die Burg?
Das Ende der Burgen als Bollwerke der Macht läutete der Kanonendonner der ersten Feuerwaffen ein. Eine Modernisierung wäre aufwendig und kostspielig gewesen - aber möglich. Nur wenige Burgherren wagten diesen Schritt. Die meisten verließen ihre Burgen. In den Machtspielen der frühen Neuzeit hatten die Bauwerke nur noch als Reminiszenz an eine vergangene Epoche Platz. Und dies ist bis heute so geblieben, auch wenn moderne Sicherheitsgebäude noch immer auf Elemente aus dem Burgenbau zurückgreifen.
Der zweite Teil der Dokumentation, „Bollwerk Burg“, erzählt vom Aufstieg und Fall mächtiger Burgen: von den Sicherungsbauten gegen die Ungarneinfälle im 9. und 10. Jahrhundert über den staufischen Burgenboom im 13. Jahrhundert bis zum Bedeutungsverlust durch neue Waffentechnik sowie politische und gesellschaftliche Umbrüche im 15. und 16. Jahrhundert.
Hinweis
Online verfügbar von 23/05/2026 bis 23/06/2026
Personen
| Regie: | Sabine Bier, Martin Becker, Carsten Gutschmidt |
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