Wie Phönix aus der Asche

Das Residenzschloss Dresden

bis 21:45
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260512210000
VPS 00:00

Themen

    Details

    Wie beim Schuheputzen frottiert Hans-Christoph Walther die vergoldeten Gitter. Das Wachs muss runter, dann glänzen sie wieder und sind fertig für den Großen Ballsaal. Das ist einer der letzten repräsentativen Räume, die im Dresdner Schloss fertig werden. Nach 40 Jahren Wiederaufbau. Walther arbeitet von Anfang an auf dieser besonderen Baustelle. Erst als Malerlehrling, dann als Restaurator und schließlich in leitender Funktion. „Andere haben zwei Einfamilienhäuser gebaut, dazu ist es bei mir nicht gekommen. Ich habe mir ein Schloss bauen dürfen“, sagt er dankbar. Walther weiß, dass es alles andere als sicher war, dass das Dresdner Schloss im alten Glanz wieder erstehen wird. In den 50er Jahren wollte die DDR-Regierung die im Krieg völlig ausgebrannte Ruine am liebsten abreißen. Mit cleveren Tricks gelang es Denkmalschützern und engagierten Dresdnern, das zu verhindern. Als 1985 die Semperoper eingeweiht wurde, sprach Erich Honecker auf dem Theaterplatz. Dabei blickte er auf dafür eigens aufgestellte Baugerüste am Westflügel des Schlosses und konnte nicht umhin zu verkünden, dass auch mit der Außengestaltung dieses Gebäudes begonnen wird. Was im Jahr danach mit 15 Millionen DDR-Mark langsam losging, wurde nach der politischen Wende mit viel Kraft und Geld weitergeführt. Der Wiederaufbau des Dresdner Schlosses wird am Ende 407 Millionen Euro gekostet haben. Und geleistet wurde dabei schier Unglaubliches. Das Wiederbeleben von fast vergessenen Handwerkstechniken inklusive. Wie beim Gestalten der Sgraffito-Ikonografien im Großen Schlosshof. Durch das Wegkratzen einer weißen Kalkschicht über dunklem Putz entstanden hier wandfüllende Bildflächen, so groß wie sonst nirgends in Europa. Mit dem Großen Ballsaal und dem Propositionsaal ist nun der historische Rundgang auf der Festetage des Schlosses komplett. Die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen“ erzählt darin von Machtgebaren und Festkultur der sächsischen Kurfürsten. Zu sehen ist auch ein kostbares Zaumzeug für Pferdeschlitten von 1719 - drapiert auf einem extra dafür geschnitzten Holzpferd. Genutzt hatte es der Sohn August des Starken, um seine Auserwählte, eine Kaisertochter in Wien, bei einer Schlittenpartie zu beeindrucken. Stefanie Penthin hat die 17 Einzelteile über anderthalb Jahre gemeinsam mit ihren Kollegen restauriert und ist gespannt auf die Wirkung des atemberaubenden Ensembles in Rot und Gold in den neuen Sälen. Der Film „Wie Phönix aus der Asche - Das Residenzschloss Dresden“ schaut auf 40 Jahre Schloss-Wiederaufbau zurück, zeigt die akribische Arbeit der Restauratoren und begleitet die letzten Vorbereitungen für die neue Ausstellung.

    Hinweis

    Nach 40 Jahren Wiederaufbau werden im Frühjahr 2026 die letzten repräsentativen Räume im Dresdner Schloss eingeweiht: Zu sehen in der Reihe „Der Osten - Entdecke wo du lebst“ am 12. Mai 2026, 21.00 Uhr im MDR-Fernsehen und bereits ab 5. Mai 2026 in der ARD MediathekAudiodeskription

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