Orangen - Genuss mit Beigeschmack

Deutschland, 2026
bis 16:15
Essen und Trinken
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260405153000
VPS 15:30

Themen

    Details

    Orangensaft zum Frühstück, Orangen in der Winterzeit: Zitrusfrüchte sind kaum mehr aus unserer Ernährung wegzudenken. Doch eine Krankheit bedroht die Ernte, der Preisdruck steigt.Unter den Säften rangiert O-Saft hierzulande auf Platz eins. Was aber kaum jemand weiß: Das Konzentrat dafür kommt aus Brasilien. Dort gefährdet das sogenannte Citrus Greening, eine um sich greifende Krankheit, die Produktion - mit Folgen für die Arbeitsbedingungen.Auslöser des Citrus Greening ist ein Bakterium, das von Blattflöhen auf Orangenbäume übertragen wird. Die Blätter infizierter Bäume werden fleckig, die Früchte bleiben mickrig und grün, sind dann nicht mehr für den Verkauf oder die Saftproduktion geeignet. Im Jahr 2024 hatte sich die brasilianische Ernte durch die Krankheit halbiert. Der Saft wurde hierzulande deshalb teurer, mit Zuckerwasser gestreckt oder die Flaschen wurden kleiner.Im Zitruszentrum und agrarwissenschaftlichen Institut im brasilianischen Araras untersucht die Biologin Valdenice Novelli täglich Hunderte Proben. „Ungefähr 50 Prozent der Proben tragen das Bakterium in sich. Das ist ein großes Problem. Wenn es keine Lösung gibt, wird die Produktion im Staat São Paulo schrumpfen“, sagt Novelli.Die Orangenindustrie hat bereits darauf regiert und ihre Felder vom Zitrusgürtel im Süden Brasiliens weiter in den Norden verlagert. Hier, wo die Branche noch relativ jung ist, sind die Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als im Süden. Marcio Tavares de Moraes, der schwarz für wechselnde Orangenproduzenten arbeitet, erzählt: „Man steht morgens um vier oder fünf Uhr auf und verdient schlecht. Man weiß nie, ob man von einer Schlange gebissen wird oder von einem Baum herunterfällt und sich verletzt.“ Eine Kranken- oder Rentenversicherung gibt es nicht. Seine Söhne, 12 und 14 Jahre alt, unterstützen ihn bei der Ernte. Ohne deren Mithilfe würde das Geld nicht für die Familie reichen. Gemeinsam verdienen sie rund 20 Euro pro Tag.Anders als das Orangensaftkonzentrat kommen die Orangen zum Verzehr meist aus Spanien. Auch hier sind die Arbeitsbedingungen ein Problem. Gewerkschaften berichten von Ausbeutung und mafiösen Strukturen. Spanien hat außerdem mit der Klimakrise zu kämpfen: Extreme Niederschläge oder lang anhaltende Trockenperioden erschweren den Anbau, illegale Brunnen trocknen das Land weiter aus.Ein Umwelt-Projekt versucht, konventionelle Orangen naturverträglicher zu produzieren. Beispielsweise werden Bäume nur nach Bedarf bewässert und Pestizide nur bei Befall eingesetzt. Ein Vorteil für die Umwelt und die Orangenbauern, die weniger Wasser und Pflanzenschutzmittel einkaufen müssen. Das Projekt soll auch dazu dienen, die Lieferketten der Zukunft zu sichern.In der ZDF-Doku „Orangen - Genuss mit Beigeschmack“ führen uns Ronja Bachofer und Yasser Speck zu den wichtigsten Schauplätzen der Orangenindustrie.

    Hinweis

    Personen

    von:Ronja Bachofer, Yasser Speck

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