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Hans Georg Calmeyer war ein deutscher Jurist aus Osnabrück, der während des Zweiten Weltkrieges als „Rassereferent“ der nationalsozialistischen Verwaltung in Den Haag über Leben und Tod von tausenden Menschen entschied. Die Dokumentation beleuchtet die Frage: Hat Calmeyer niederländische Juden aktiv gerettet? Oder hat er lediglich einige vor der Verfolgung verschont? „Calmeyers Dilemma“ bietet keine einfachen Antworten auf komplexe moralische Fragen der NS-Geschichte, sondern lädt zur Selbstreflexion ein: Wie hätte ich während der Judenverfolgung gehandelt? Und wie handele ich heute angesichts von Ungerechtigkeit und Unterdrückung?
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Hans-Georg Calmeyer (1903-1972) war ein deutscher Jurist aus Osnabrück, der während des Zweiten Weltkriegs als „Rassereferent“ der nationalsozialistischen Verwaltung in Den Haag über Leben und Tod von Tausenden Menschen entschied.
Die Dokumentation beleuchtet die Frage: Hat Calmeyer niederländische Juden aktiv gerettet oder hat er lediglich einige vor der Verfolgung verschont?
Calmeyers Geschichte steht für einen der komplexesten moralischen Konflikte des 20. Jahrhunderts. Als Beamter einer nationalsozialistischen Verwaltung, die Menschen nach rassistischen Kategorien der NS-Ideologie klassifizierte, akzeptierte er bewusst gefälschte Anträge zu Abstammungsnachweisen. Durch diese Form des stillen Widerstands rettete er nachweislich Tausende niederländischer Juden vor der Deportation in Konzentrationslager. Gleichzeitig überließ er andere Menschen der NS-Judenverfolgung. Diese Ambivalenz während der deutschen Besatzung der Niederlande wirft fundamentale Fragen über Widerstand und Kollaboration auf: Kann man Teil eines verbrecherischen NS-Systems sein und trotzdem moralisch handeln? Was unterscheidet aktives Retten von passivem Verschonen in der Zeit des Nationalsozialismus?
1972 verlieh die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Hans-Georg Calmeyer den Titel Gerechter unter den Völkern. Doch sein Wirken bleibt umstritten. Während manche Historiker in ihm einen Schindler von Osnabrück„ sehen, betrachten Kritiker ihn primär als Funktionär der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Als in Osnabrück ein Ausstellungsgebäude nach ihm benannt werden sollte, protestierten niederländische Historiker mit einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel gegen diese Ehrung.
Der Film erzählt biografisch und exemplarisch die Geschichte Hans-Georg Calmeyers während der deutschen Besetzung der Niederlande. Er basiert unter anderem auch auf neu erschlossenem Archivmaterial aus den Niederlanden der 1930er und 1940er Jahre sowie dem persönlichen Nachlass Calmeyers. Interviews mit letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs und der Judenverfolgung ergänzen die historischen Quellen.
In Zeiten erstarkender autoritärer Systeme gewinnt Calmeyers Geschichte neue Aktualität. Der Dokumentarfilm stellt die unbequeme Frage nach individuellen Handlungsspielräumen während des Nationalsozialismus: Was waren die Möglichkeiten des Einzelnen in der nationalsozialistischen Gesellschaft, und welche Lehren lassen sich daraus für den Umgang mit heutigen autoritären Tendenzen ziehen?
Calmeyers Dilemma“ bietet keine einfachen Antworten auf komplexe moralische Fragen der NS-Geschichte, sondern lädt zur Selbstreflexion ein: Wie hätte ich während der Judenverfolgung gehandelt? Und wie handele ich heute angesichts von Ungerechtigkeit und Unterdrückung?
Hinweis
Personen
| Redaktion: | Silvia Menzel, Dirk Neuhoff, Marc Brasse |
| von: | Lutz Hachmeister, Hajo Schomerus |
Top-Spielfilm am 24.01.
Spielfilm
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