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In Paris verbreitet sich eine Sucht: das Fernsehen. In Jean-Pierre Mockys Komödie sieht sich der Literaturlehrer Armand Saint-Just einer übermüdeten Schülerschar gegenüber, die vom vielen Fernsehen die Augen anderweitig nicht mehr aufhalten können. Saint-Just und sein Kollege Missenard machen sich auf die Mission, ihre Schüler vor dem Fernseher zu retten. Auf den Dächern von Paris, verfolgt von der Polizei, bearbeiten sie die Antennen der Schülerfamilien, um die Mattscheiben abzuschalten. Doch sie müssen zu drastischeren Maßnahmen greifen, wenn sie wollen, dass das Gymnasium wieder aufwacht.
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Der Literaturlehrer Armand Saint-Just ist verzweifelt. Statt aufgeweckten, aufnahmefähigen Kindern begegnet er in seinem Unterricht an einem Pariser Gymnasium einer verschlafenen Klasse, die ihm kaum folgen kann. Das Problem ist schnell erkannt: das viele Fernsehen, dessen Einfluss Saint-Just in jeder Hinsicht für schädlich hält.
Zusammen mit dem Sportlehrer Missenard will Saint-Just etwas ändern und hat auch schon die Lösung: Mit einer Flüssigkeit, die er auf die Antennen der Häuser sprüht, werden diese unbrauchbar gemacht und damit auch das Fernsehen verhindert. Sie machen sich also auf den Dächern von Paris an die Arbeit. Unterstützt werden sie von Benjamin, der die Zusammensetzung der Flüssigkeit entwickelt hat. Mehr aus Zufall wird dazu noch der Nachbar von Saint-Just, Dr. Loupiac, in ihre Mission hineingezogen. Der Zahnarzt begleitet die beiden Lehrer zuerst widerstrebend, erweist sich aber als hilfreicher Mitstreiter.
Schnell wird jedoch klar, dass nicht jeder ihrer Meinung ist. Die Gruppe wird von einer aufgebrachten Fernseher-Anhängerschaft behindert und auch die Polizei ist ihnen auf den Fersen, ganz zu schweigen von der Fernsehgesellschaft, die alles andere als begeistert von der Aktion ist. Als die Bevölkerung mit der Aussicht auf einen Farbfernseher aufgerufen wird, sich an der Suche nach den Saboteuren zu beteiligen, sind die Straßen von Paris leer und die Dächer voll.
Doch Saint-Just lässt sich nicht einschüchtern. In dem Viertel, in dem seine Schüler leben, sollen die Flimmerkisten schweigen, damit die Kinder wieder lernen können, zur Not auch im ganzen Land. Kein Dach ist vor ihm sicher, und auch nicht der Eiffelturm.
Hinweis
Im Jahr 1968 erschienen, ist „Die große Aktion“ fast selbst ein Teil der Geschichte des Massenmediums Fernsehen, während es die Entwicklung gleichzeitig in den Fokus der Handlung setzt.
Ab den 1950er Jahren verbreitete sich das Medium in Frankreich und wurde in den 1960er Jahren unwiderruflich etabliert. Das Fernsehprogramm organisierte sich um den Tag der Zuschauerinnen und Zuschauer und andersherum. Wenngleich inzwischen nicht mehr unbedingt linear, ist das Fernsehen bis heute kaum aus unserem Alltag wegzudenken. Jean-Pierre Mockys Komödie „Die große Aktion“ untersucht humoristisch die Fortschritte der Technik und die damit einhergehenden Probleme ihrer Zeit.Produktion: Méditerranée Cinéma, Balzac Films, Firmament Films Productions, Online verfügbar von 09/08 bis 08/09
Personen
Schauspieler: Rolle | Armand Saint-Just Dr. Loupiac Missenard Benjamin Delaroche Kommissar Aiglefin Mélane Jean-Michel Lavalette |
| Regie: | Jean-Pierre Mocky |
| Drehbuch: | Jean-Pierre Mocky, Alain Moury, Claude Pennec |
| Kamera: | Marcel Weiss |
| Musik: | François de Roubaix |