München 1972 - 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade (Visions of Eight)

USA / Deutschland, 1972
Dokumentarfilm
  • Stereo
  • 20220831224500
VPS 22:44

Übersicht

Acht international bekannte Regisseure, darunter der Tschechoslowake Miloš Forman, der Japaner Kon lchikawa, der Franzose Claude Lelouch, der US-Amerikaner Arthur Penn, der Brite John Schlesinger, und der Deutsche Michael Pfleghar inszenierten 1972 in München den offiziellen Olympiafilm. Jeder Filmemacher lieferte hierfür einen maximal 15 Minuten langen Beitrag: dokumentarisch, persönlich oder experimentell, mal stilisiert, dann eher distanziert-nüchtern oder informativ.

Themen

    Details

    München, 1972: 27 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollten die XX. Olympischen Spiele in München auch international ein neues Bild Deutschlands vermitteln. Doch das Geiseldrama, das sich am 5. September 1972 während der Spiele ereignete, warf einen Schatten auf die „friedlichen Spiele“: Die palästinensische Terrororganisation „Schwarzer September“ ermordete zwei israelische Sportler und nahm neun weitere als Geiseln. Der Versuch, die Sportler zu befreien, endete in einem Blutbad, bei dem alle Geiseln, ein Polizist und fünf Terroristen starben. Dennoch wurde die Veranstaltung nicht abgebrochen: „Die Spiele müssen weitergehen“, so IOC-Präsident Avery Brundage. Auch die acht Filmemacher, darunter Miloš Forman, Kon lchikawa, Claude Lelouch, Arthur Penn, Michael Pfleghar und John Schlesinger, die nach München gekommen waren, um den offiziellen Olympiafilm zu drehen, sahen sich mit der Frage konfrontiert, wie sie auf die blutige Geiselnahme reagieren sollten. Auch sie entschieden sich, ihren Film, für den jeder ein maximal 15 Minuten langes Segment drehte, fertigzustellen und die „72 Stunden“ von München nur indirekt zu thematisieren. Einzig Schlesingers abschließender Beitrag über den Marathonlauf integrierte Dokumentaraufnahmen des Terroranschlags. Alle Beiträge stehen unter einem bestimmten Schwerpunkt, für den die Regisseure individuellen Zugang ihrem Sujet fanden: „Der Beginn“, „Der Stärkste“, „Der Höchste“, „Der Schnellste“, „Die Verlierer“ oder „Die Frauen“. Der Film erhielt 1974 einen Golden Globe Award in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.

    Hinweis

    „München 1972“ ist ein faszinierendes Zeitdokument, dessen einzelne Episoden zugleich deutlich die Handschrift des jeweiligen Autorenfilmers verraten. So zerdehnt der New-Hollywood-Regisseur Arthur Penn, der in der Gangsterballade „Bonnie und Clyde“ bereits 1967 mit Zeitlupe gearbeitet hatte, in seinem Beitrag mit ähnlichen Stilmitteln das Stabhochspringen. Kon Ichikawa filmt den 100-Meter-Lauf mit 34 Kameras und montiert daraus im Schneideraum eine Symphonie der Bewegung. Und der für seine Melodramen bekannte Claude Lelouch porträtiert eine Auswahl glückloser Athleten. Der Dokumentarfilm wurde 1974 mit einem „Golden Globe“ ausgezeichnet.

    Personen

    Regie:Juri Oserow, Mai Zetterling, Arthur Penn, Kon Ichikawa, Michael Pfleghar, Milos Forman, Claude Lelouch, John Schlesinger
    Redaktion:Harald Steinwender
    TVinfo
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