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Wer folgt auf Angela Merkel? Unionskandidat Armin Laschet möchte ihr Erbe antreten, auch Olaf Scholz von der SPD kämpft dafür. Oder wird Annalena Baerbock die erste grüne Bundeskanzlerin?
Sonntag, 26. September, die Prognose Punkt 18.00 Uhr - das ist der Moment der Wahrheit und der Höhepunkt eines ereignisreichen Wahljahres. Bereits ab 17.00 Uhr sendet das ZDF direkt aus der Mitte Berlins, aus dem Wahlstudio im Alten Telegrafenamt.
Eine Ära geht zu Ende: Nach 16 Jahren im Amt tritt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr an. Bei der Bundestagswahl 2021 dürfen 2,8 Millionen Menschen erstmals wählen. Sie sind mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin aufgewachsen. Die Wahl - eine Zäsur.
Drei Parteien haben Kanzlerkandidat*innen aufgestellt. Keine*r von ihnen kann mit dem Amtsbonus punkten.
Für die Union kandidiert der CDU-Parteivorsitzende Armin Laschet. Er hatte sich nach langem Ringen gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder durchgesetzt. Der unterlegene CSU-Chef sieht sich als „Antreiber“ und wirft Laschet passiven Wahlkampf vor. Tatsächlich sind die Umfragewerte von Union und auch von Armin Laschet persönlich in den letzten Umfragen gesunken. Auch bei der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen konnte er sich bisher nicht als Krisenmanager profilieren.
Die SPD nominierte mit Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz bereits sehr früh einen Kanzlerkandidaten. Scholz hat den Umfragen zufolge kaum eine Chance auf den Wahlsieg seiner Partei - die Deutschen trauen ihm persönlich in Umfragen aber das Amt am ehesten zu.
Erstmals in der Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen hat die Partei eine Kanzlerkandidatin gekürt. Nach einem fulminanten Start leistete sich Co-Chefin Annalena Baerbock allerdings einige Fehler im Wahlkampf, ringt seitdem mit sinkenden Werten in den Umfragen.
Das Rennen ums Kanzleramt scheint offen wie lange nicht. Verschiedene Koalitionen sind rechnerisch möglich - alle drei Kandidat*innen haben Chancen, eine Regierung bilden zu können.
Die Bundestagswahl bleibt also spannend. Nicht zuletzt, weil auch nicht klar ist, wie die kleineren Parteien abschneiden und sich nach der Wahl verhalten werden - wird die FDP in einer Ampelkoalition den Grünen oder der SPD zum Kanzleramt verhelfen? Oder in eine sogenannte Deutschlandkoalition mit Union und SPD gehen? Oder schaffen es Grüne, SPD und Linke, eine grün-rot-rote Regierung zu bilden?
Doch am 26. September geht es noch um mehr. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern strebt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine weitere Amtszeit an - zum ersten Mal muss sie beweisen, dass sie Wahlen gewinnen kann: 2017 übernahm sie das Amt von Erwin Sellering, der aus gesundheitlichen Gründen aufhörte. Die Chancen stehen den Umfragen zufolge gut für sie - Herausforderer Michael Sack ist vielen Menschen im Land unbekannt, er hat einen schweren Stand gegen die Amtsinhaberin.
Auch die Berliner*innen wählen am 26. September nicht nur den neuen Bundestag, sondern außerdem ein neues Abgeordnetenhaus. Dort schrumpft der ehemals komfortable Vorsprung der Grünen aktuellen Umfragen zufolge deutlich, sie liegen hauchdünn vor der CDU. Beide Parteien kämpfen mit der geringen Bekanntheit ihrer Spitzenköpfe Bettina Jarasch und Kai Wegner . Dieses Problem hat die SPD nicht: Spitzenkandidatin Franziska Giffey ist als ehemalige Bundesfamilienministerin den meisten Wähler*innen ein Begriff. Seit der Wiedervereinigung ist die SPD an der Berliner Regierung beteiligt. Ob es dieses Mal klappt?
Das ZDF sendet an diesem Wahltag direkt aus dem Herzen Berlins. Unweit des Gendarmenmarktes wird das ZDF-Wahlstudio im Alten Telegrafenamt aufgebaut. Von hier begleitet die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten die Zuschauer durch den spannenden Wahlabend. An ihrer Seite Politikchef Matthias Fornoff, der gemeinsam mit der Forschungsgruppe Wahlen e.V. immer die neuesten Zahlen präsentiert.
Um 17.00 Uhr geht das ZDF das erste Mal an diesem Abend mit der Bundestagswahl auf Sendung. Was waren die drängendsten Themen des Wahlkampfes? Was sagen die letzten Umfragen? Wie sind die Erwartungen in Schwerin und Berlin? Punkt 18.00 Uhr dann die erste Prognose.
Nach den „heute“-Nachrichten ist von 19.25 bis 20.15 Uhr Zeit für Analysen mit Parteienforscher Professor Karl-Rudolf Korte, Gesprächsgästen und Reaktionen aus den Parteizentralen. Der Blick richtet sich auch auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Die Landesstudioleiter begrüßen die Spitzenkandidat*innen der Parteien, die es in Landtag und Senat geschafft haben, zur Kandidat*innenrunde.
Im Anschluss begrüßt ZDF-Chefredakteur Peter Frey Vertreter*innen der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem ersten Schlagabtausch in der „Berliner Runde“.
Gegen 21.15 Uhr melden sich Bettina Schausten und Matthias Fornoff noch einmal mit den aktuellen Zahlen zurück und betrachten gemeinsam mit weiteren Gesprächsgästen die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021.
Alle Informationen rund um die Wahlen sind jederzeit abrufbar auf heute.de, ergänzt um Kurzanalysen der wichtigsten Wahlthemen. Aktuell verfügbar sind die interessantesten Stimmen der Gewinner*innen und Verlierer*innen ebenfalls auf facebook.com/ZDFheute/.
Hinweis
Der gesamte Wahlabend ist live zu verfolgen in der ZDFmediathek
Personen
| Moderator: | Bettina Schausten |