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Karl der Große führte als Herrscher über das Fränkische Reich zahlreiche Eroberungsfeldzüge und weitete so seinen Einfluss über große Teile Europas aus. Nach seinem Tod wurden seine Siege zu Heldentaten verklärt, und im Laufe der Jahrhunderte wurde Karl der Große zum Mythos. Wer war dieser Herrscher, der dem Abendland eine neue Prägung gab?
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Vor über 1.200 Jahren herrschte Karl der Große über ein Imperium, das sich von den Pyrenäen bis zur Nordsee erstreckte - ein Reich, das er von Aachen aus regierte und das nach seiner Kaiserkrönung im Jahr 800 zum Vorbild für das christliche Abendland wurde. Er schuf ein zentralisiertes System mit Schulen, einer effizienten Verwaltung, einem einflussreichen Klerus und einer einheitlichen Währung. Seine Reformen prägten Europa nachhaltig - und machten ihn zum „Vater Europas“.
Doch wie wurde aus dem historischen Herrscher ein Mythos, der bis heute weltweit existiert? Schon bald nach seinem Tod begannen Dichter und Minnesänger, sein Leben zu verklären. Das „Rolandslied“ etwa machte ihn zum Symbol christlicher Ritterlichkeit und nutzte ihn als Propagandafigur für die Kreuzzüge. Später verbreiteten europäische Kolonialmächte seine Legende auf allen Kontinenten - von Lateinamerika bis Afrika.
Überraschen mag, dass der Frankenkaiser sogar zu einem Symbol der Emanzipation wurde. Auf den Kanarischen Inseln, in Brasilien oder auf São Tomé und Príncipe lebt sein Mythos in lokalen Traditionen weiter - mal als Held, mal als Identifikationsfigur für den Widerstand.
Ein internationales Forschungsteam um den Mediävisten Emanuele Arioli geht der Frage nach, wie aus Karl dem Großen eine globale Legende wurde. Von Paris über Aachen bis in den brasilianischen Sertão folgt die Dokumentation den Spuren eines Herrschers, der Europa prägte - und dessen Erbe bis heute weltweit fasziniert.
Hinweis
Synchronfassung, Audiodeskription
Personen
| Regie: | Thibaud Marchand, Emanuele Arioli |