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Besorgt über das irritierende Verhalten ihres Kindes, äussert eine Mutter in dessen Schule einen schlimmen Verdacht. Das in drei Teilen angelegte Drama des japanischen Meisters Hirokazu Kore-eda («Shoplifters») regt zum Rätseln an - und zu Mitgefühl. Free-TV-Premiere.
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«Was stimmt nicht mit dir?», fragt die alleinerziehende Witwe Saori (Sakura Andô) ihren zehnjährigen Sohn Minato , der sich seit geraumer Zeit höchst ungewöhnlich verhält. Ein schlimmer Verdacht führt die Mutter zur Rektorin der Schule, wo sich ein junger Lehrer übergriffig verhalten haben soll. Schulleitung und Lehrer entschuldigen sich, ohne auf die kritische Angelegenheit wirklich einzugehen, in der es plötzlich heisst, Minato drangsaliere einen Mitschüler.«Ich bin ein Monster!», urteilt Minato über sich selbst, und beunruhigt seine Mutter weiter. Nachdem in der Nachbarschaft ein Hochhaus mit einer Kontaktbar abgebrannt ist, findet Saori in der Schultasche ihres Sohnes ein Feuerzeug. Hat ihr Bub etwas damit zu tun, und erklärt das seinen unbegreiflichen Wandel?Wie ein roter Faden zieht sich durch Hirokazu Kore-edas filmisches Schaffen sein Werben für zwischenmenschliches Verständnis, sein aufrichtiges Interesse an der Einzigartigkeit unterschiedlichster und oft auch junger Menschen. So erstaunt nicht, dass in «Monster - Die Unschuld» nicht die Frage nach der Identität des Brandstifters im Mittelpunkt steht. Denn keinen Krimi, ein Drama entfaltet der japanische Meisterregisseur nach dem in Cannes ausgezeichneten Drehbuch Yûji Sakamotos. Eines in drei Teilen, die dem Publikum vorführen, wie leichtfertig es sich voreiligen Schlussfolgerungen hinreissen lässt, und dass in klaren Fällen vieles ganz anders sein kann - und die Monster ganz woanders stecken. Das Portrait einer Freundschaft im letzten Teil des Filmes zeigt Kore-eda mit einer ergreifenden Sensibilität, die den Themen dieses Filmes angemessen ist: Mitgefühl, Verständnis und Akzeptanz abseits gewohnter Rollenbilder.Auch Kore-edas neuster Film, der unlängst in Venedig seine Weltpremiere feierte, handelt von einer ungewöhnlichen und tiefen Freundschaft unter Jugendlichen. Die hinreissend gestaltete Adaption eines gleichnamigen Manga-Comics «Look Back» dürfte im Kinojahr 2027 auch in Deutschschweizer Kinos anlaufen.
Hinweis
[Sprachen: Deutsch / Japanisch]
Personen
Schauspieler: Rolle | Saori Hori Minato Yori Fushimi |
| Regie: | Hirokazu Kore-eda |
| Drehbuch: | Sakamoto Yuji |
| Musik: | Sakamoto Ryuichi |