Kampf ums Klima - Was, wenn jemand die Sonne abdunkelt?

Deutschland, 2025
bis 21:45
Dokumentation
  • Stereo
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20261126210000
VPS 00:00

Themen

    Details

    In einigen Ländern der Erde ist der Wettlauf um die beste technische Antwort auf den Klimawandel bereits gestartet. Doch wie viel Konfliktpotenzial birgt Geoengineering, wenn Menschen versuchen, Wetter und Klima zu beeinflussen? Wissenschaftsjournalistin Lena Ganschow begibt sich auf Spurensuche. In Abu Dhabi ist Wettermachen kein Wunschdenken mehr, sondern längst ein Regierungsprogramm. Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den trockensten Ländern der Erde. Am Nationalen Zentrum für Meteorologie beschränkt man sich nicht darauf, diesen Zustand zu beobachten. Im Gegenteil: Hier wird täglich nach Wolken Ausschau gehalten, die man auswringen kann, um dem Himmel etwas mehr Regen abzutrotzen. „Cloud Seeding“ nennt sich die Technik, bei der Salzpartikel in die Wolke gesprüht werden, um Regentropfen zu erzeugen. Dass Geoengineering auch eine sicherheitspolitische Komponente haben kann, zeigt schon seine Geschichte. Von 1967 bis 1972 etwa versprühte die US Air Force während des Vietnamkrieges im Rahmen der geheimen Operation „Popeye“ täglich Blei- und Silberjodidpulver in Monsunwolken. Ziel war es, die Regenfälle zu verstärken, um die Nachschublinien des Vietcongs auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad zu unterbrechen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezweifeln allerdings, ob die Methode wirklich wirksam ist. Denn Wolken sind komplex und im Detail noch nicht gut genug verstanden, wie ein Besuch auf der Schweizer Forschungsstation Eriswil anschaulich macht. Und Annika V. vom Dezernat für Zukunftsanalyse der Bundeswehr zeigt verschiedene Szenarien auf, in denen Geoengineering auch zum Konfliktfaktor werden könnte. Denn ähnlich wie in anderen Bereichen gibt es auch hier „Dual-Use“-Komponenten, also Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind. Immer wieder hört man darum die Forderung nach politischer Regulierung. Der Politologe Stefan Schäfer vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam befasst sich seit seiner Promotion mit Geoengineering. Er führt uns vor Augen, wie weit die politischen Forderungen der Wissenschaft und die politischen Realitäten auseinanderliegen.

    Hinweis

    Personen

    Moderator:Lena Ganschow
    Redaktion:Anahita Parastar
    von:Charlotte Krüger


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