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„Sex and Crime“ ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Der Roman „Justine oder vom Missgeschick der Tugend“, den der Marquis de Sade Ende des 18. Jahrhunderts schrieb, zeugt davon. Bis heute hat er nichts von seiner subversiven Sprengkraft verloren. Die Doku erzählt, wie der skandalöse Klassiker entstanden ist und gibt Einblicke in das nicht weniger skandalöse Leben des Autors.
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Die Dokumentation befasst sich mit Marquis de Sades Roman „Justine oder vom Missgeschick der Tugend“, den der Autor kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution in einer Zelle der Bastille verfasste. Niemand hat Grausamkeit so klinisch genau beschrieben wie Sade. Dabei versicherte dieser, die unzähligen in seinen Werken geschilderten Misshandlungen und Demütigungen seien allein seiner Fantasie geschuldet und verfolgten den Zweck, über die Menschheit und ihre monströsen Verfehlungen aufzuklären - die Verfehlungen einer Welt, in der sich nur Verbrechen auszahlen und in der die Gesetze des Staates dem Gesetz des Stärkeren Vorschub leisten.
Dies gilt auch für die heutige Zeit, nur sind an die Stelle der absolutistischen Aristokraten die Gewinner des Kapitalismus getreten. Wo heute eine neue, feministische Lesart der Literaturklassiker deren Ambivalenz enthüllt, bleibt Sade seltsamerweise von der Kritik verschont. Als sei da nichts zu retten, als sei das Tabu zu offensichtlich, um sein Werk zu hinterfragen. Tatsächlich wird Sade nicht mehr so oft gelesen und kaum jemand weiß, dass der Begriff „Sadismus“ vom Namen dieses Schriftstellers abgeleitet ist.
Die Dokumentation richtet den Fokus auf eine Frau, die in Sades Werk eine Ausnahme bildet und Rätsel aufgibt: Justine. Sie könnte durchaus eine Heldin des 21. Jahrhunderts sein, eine paradoxe Opferfigur, die ihren schlimmsten Peinigern die Stirn bietet und unbestechlich bleibt.
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Synchronfassung
Personen