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Vor über 100 Jahren erfand Hollywood mit dem „Indianer“ den perfekten Bösewicht - und der Westernfilm erwuchs zum Inbegriff des amerikanischen Rassismus. Diese Lesart diente nicht zuletzt dazu, den Völkermord zu verschleiern, aus dem die Vereinigten Staaten hervorgingen. Die Dokumentation setzt sich damit auseinander, welches Bild der Indigenen Hollywood lange Zeit geprägt hat.
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In den Anfängen des Kinos tauchten indigene Bevölkerungsgruppen erstmals im sogenannten Western auf; meist als negative Archetypen. Über 40 Jahre lang verherrlichten Westernfilme den Mythos der „Manifest Destiny“, demzufolge die eingewanderten weißen Siedler dazu bestimmt waren, sich über den gesamten nordamerikanischen Kontinent auszubreiten.
Der Vietnamkrieg, die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner und die Proteste der 1960er und 1970er Jahre veränderten auch das Kino. Es entstand eine neue Art von Filmen, die die amerikanischen Ureinwohner aus einer menschlichen Perspektive zeigten und die an ihnen verübten Massaker thematisierten. Filme wie „Little Big Man“ und „Das Wiegenlied vom Totschlag“ gelten als Parabeln für die Gräueltaten in Vietnam. Sie zeigen erstmals die Verbrechen, die die US-Regierung an indigenen Stämmen begangen hat.
Doch erst der große Erfolg des 1990 erschienenen Spielfilms „Der mit dem Wolf tanzt“ von Kevin Costner ebnete den Weg für Produktionen mit indigenen Schauspielern. Filme wie „The New World“ (2005) von Terrence Malick und „Smoke Signals“ (1997) von Sherman Alexie vermittelten ein respektvolleres Bild der amerikanischen Ureinwohner. Spätere Werke wie „The Rider“ (2017) von Chloé Zhao stellten Schauspieler indigener Herkunft in realistischen und komplexen Rollen in den Mittelpunkt. Doch trotz dieser unbestrittenen Fortschritte sind indigene Darsteller weiterhin unterrepräsentiert und auf dem Filmmarkt weniger erfolgreich.
Die Dokumentation gibt den Ureinwohnern das Wort, um ihren Teil der amerikanischen Geschichte zu erzählen.
Hinweis
Synchronfassung
Personen
| Regie: | Clara Kuperberg, Julia Kuperberg |