Themen
Details
Ein halbes Jahr lang durften Teams der „Nordreportage“ exklusiv im einzigen Gefängniskrankenhaus Niedersachsens in Lingen filmen. Das Ergebnis: „Inside Knast“, die neue vierteilige Serie für „Die Nordreportage“.Das Krankenhaus in der Justizvollzugsanstalt Lingen. Die Zentrale meldet bei Krankenpflegerin und Vollzugsbeamtin Kerstin Veldboer einen Notfall: Ein Gefangener wurde blutend auf der Toilette gefunden. Er hat sich eine Pulsader aufgeschnitten. Veldboer rennt hin, legt den Druckverband an, checkt Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung. Sekunden entscheiden.Im ersten Halbjahr 2026 gab es in der JVA Lingen bereits drei Suizidversuche mit tödlichem Ausgang. Diesmal kann sie das Leben des Mannes retten. „Man reagiert. Das ist alles automatisiert. Man muss funktionieren“, sagt sie danach.Auf die Station von Pfleger und Vollzugsbeamten Maik Möller kommt ein neuer Patient: Ein mutmaßlicher Frauenmörder, der nach der Tat versucht hat, sich selbst das Leben zu nehmen. Durch eine Schnittverletzung am Hals kann er nicht sprechen, die Kommunikation läuft über ein Klemmbrett. Für Möller ist das Routine in einem Beruf, den es nur im Knast gibt: Als ausgebildeter Krankenpfleger und Justizvollzugsbeamter versorgt er oft Menschen, die andere Menschen schwer verletzt oder getötet haben. „Man muss die Erkrankung im Vordergrund sehen und darf nicht gucken: Was haben die gemacht?“Dazwischen: Mario F. Er sitzt zusammengerechnet seit über 16 Jahren im Gefängnis. Als Obdachloser hatte er durch Bakterien fast sein Bein verloren. Die Amputation drohte. Um medizinisch versorgt zu werden, beging er absichtlich einen Ladendiebstahl. Seit vier Monaten ist er in der Knastklinik, versucht clean zu bleiben. „Es wäre für mich nicht weiter tragisch, wenn ich morgens nicht mehr aufwachen würde“, sagt er. Sein Heilungsprozess kommt voran. Die Hoffnung: eine betreute Wohngruppe nach der Entlassung.Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.
Hinweis
Personen
1 weiterer Sendetermin