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Maler Damien (Damien Bonnard) schläft nächtelang nicht, malt, kocht, repariert - und reisst Frau (Leïla Bekhti) und Sohn mit. In «Les intranquilles» zeigt Joachim Lafosse, was eine bipolare Störung für eine Familie bedeutet, und vor allem, welch bleibende Eindrücke sie beim Sohn hinterlässt.
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Die Familie macht Urlaub am Meer. Während Leïla am Strand schläft, fahren ihr Mann Damien und der etwa siebenjährige Sohn Amine mit dem Motorboot hinaus. Plötzlich springt der Vater ins Wasser. Er lässt das Kind allein zurücksteuern und will selbst an Land schwimmen. Es geht gut, doch von da an ist klar, dass jederzeit alles kippen kann. Damien ist bipolar, und seine Familie hat gelernt, jedes Anzeichen seiner Stimmung zu deuten.
Von aussen wirkt das Leben idyllisch. Damien ist ein erfolgreicher Maler, Leïla restauriert antike Möbel, und die Familie wohnt in einem schönen Haus auf dem Land. Damiens Vater Patrick ist Winzer in der Nähe und stets zur Stelle, und sein Galerist Serge freut sich über seine Produktivität. Doch die Unruhe erfasst alle.
In manischen Phasen schläft Damien nächtelang nicht. Er repariert mitten in der Nacht ein Velo, will in 40 Tagen 40 Bilder malen oder kocht in rasendem Tempo, bis die Küche einem Schlachtfeld gleicht. Nach zwei schlaflosen Nächten fährt er Amine zur Schule, und die besorgte Mutter folgt im zweiten Auto. Er kauft Cupcakes für die ganze Klasse und streitet sich in der Bäckerei wegen der fehlenden Maske. Dann will er die Kinder mitten aus dem Unterricht an den See mitnehmen. Amine schaut still zu.
Leïla hält die Familie zusammen und fängt alles auf, doch es zehrt an ihr. Sie sagt, sie tue nur noch eines: sich um ihn kümmern. Der Film verzichtet auf dramatische Szenen in der Psychiatrie und auf ärztliche Erklärungen. Manche Katastrophen geschehen ausserhalb des Bildes. Am stärksten wirken die Blicke des Sohnes, in denen man förmlich sieht, wie spätere Narben entstehen.
Lafosse erzählt damit nicht nur von einer psychischen Krankheit. Er zeigt auch, wie ein Kind lernt, sich in einer unberechenbaren Welt zurechtzufinden: Springt der Vater vom Boot, muss der Sohn selbst ans Ufer steuern.
Hinweis
Personen
Schauspieler: Rolle | Leïla Damien Amine Patrick |
| Regie: | Joachim Lafosse |
| Drehbuch: | Joachim Lafosse |
| Kamera: | Jean-François Hensgens |