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Im vergangenen Jahrhundert lebten Flosi Björnsson und seine sechs Geschwister auf einem Hof am Fuße des Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands. Sie haben dem Gletscher vollständig ihr Leben gewidmet - lange, bevor Gletscherschmelze überhaupt ein Thema war. Der Fotograf Ragnar Axelsson begibt sich auf ihre Spuren und kehrt an den Ort zurück, wo er als Kind oft den Sommer verbrachte.
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Der Vatnajökull stirbt. Europas größter Gletscher schmilzt - bis zu einem halben Meter pro Jahr. In 150 Jahren könnte er verschwunden sein. Sein dumpfes Ächzen, das wie ein Xylofon aus Eis klingt, ist das Geräusch eines sterbenden Riesen.
Doch lange bevor die Gletscherschmelze weltweit thematisiert wurde, widmeten sich ihm vier Männer und drei Frauen mit ihrem ganzen Leben: Flosi Björnsson und seine sechs Geschwister. Sie lebten auf einem abgelegenen Hof am Fuße des Vatnajökull, keiner von ihnen heiratete oder bekam Kinder. Ihr Hof, seit Jahrzehnten verschlossen, wirkt heute wie das Skelett eines gestrandeten Wals - ein Relikt einer vergessenen Zeit. Der Fotograf Ragnar Axelsson, der hier als Kind die Sommer verbrachte, kehrt zurück. Als sich die Türen öffnen, scheint Flosis Stimme aus dem Jenseits zu erklingen, als wolle sie von einer Welt erzählen, die es nicht mehr gibt.
Die Regisseure Rafa Molés und Pepe Andreu nehmen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise durch die Zeit und das Eis. Ihr Film „Requiem für einen Gletscher“ gleicht schon fast einer spirituellen Erfahrung. Man hört das Knacken des Eises, das Seufzen des Gletschers, spürt seine letzte Kraft.
Der Mensch versucht, das Unvermeidliche hinauszuzögern: Gletscher werden mit weißen Planen bedeckt, um sie vor der Sonne zu schützen - wie das Leichentuch über einem Kind, das man nicht retten konnte. Überall auf der Welt sterben Gletscher. Der Vatnajökull ist nur einer von vielen. Ein Requiem, das uns daran erinnert, dass wir Zeugen eines unwiderruflichen Abschieds sind.
Der Film wurde erfolgreich auf mehreren bekannten Festivals gezeigt, zum Beispiel in Thessaloniki, bei DocsBarcelona sowie beim DOK.fest München.
Hinweis
Online verfügbar von 31/10/2026 bis 05/02/2027
Personen
| Regie: | Rafa Molés, Pepe Andreu |