Die Nordreportage

Hamburg voll ping pong - Bei Dating, Techno, Therapie

bis 18:45
Reportage
  • Stereo
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20261021181500
VPS 00:00

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    Hamburg voll Pingpong: Die Freie und Hansestadt ist im Tischtennisfieber. Wo eine Platte steht, wird mittlerweile gespielt. Und wo keine Platte ist, wird mal eben eine aufgebaut und dabei der Sport neu erfunden, zum Beispiel im Techno-Club bei schnellen Beats, als Datingformat und sogar als Therapie mit Spaßfaktor bei Parkinson. Ein kleiner weißer Ball bringt die Großstadtmenschen zusammen. Tischtennis wird zum Trend, der zeigt, wie einfach Gemeinschaft entstehen kann.Im Hamburger Stadtpark findet zum ersten Mal ein Tischtennis-Dating statt, organisiert von der Single-Plattform Funkenflug: Singles auf Partnersuche sollen sich beim Spiel an der Platte locker näherkommen - Tischtennis statt Tinder. Schmetterlinge im Bauch beim Schmetterball? Die 55-jährige Manuela ist schon länger bei der Partnerbörse angemeldet, gefunkt hat es bisher noch nicht. An diesem Tag hofft sie, vielleicht geht ja was beim Rundlaufspiel.Für Maik Gühmann ist Tischtennis weit mehr als Zeitvertreib. Vor 20 Jahren erhielt er die Diagnose Parkinson. Das stellte sein ganzes Leben auf den Kopf. Trotz der körperlichen Einschränkungen spielt der heute 58-Jährige gemeinsam mit anderen Betroffenen in einer Pingpong-Parkinson-Gruppe. Erst vor sechs Jahren hat er mit dem Ballsport angefangen, inzwischen ist er bereits dreifacher Weltmeister! „Tischtennis ist mein Leben“, sagt Maik. Denn während des intensiven Spiels denkt er nicht an seine Krankheit. Die Bewegungen fallen leichter, viele Symptome treten in den Hintergrund. Die schnellen Ballwechsel fördern Konzentration, Reaktion, Koordination und Beweglichkeit. Als Teil der Physiotherapie kann Tischtennis sogar dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Gemeinschaft und Lebensmut: Auch beim nächsten Turnier will Maik wieder eine Medaille nach Hause bringen.Ganz anders, aber auch leidenschaftlich geht es beim Event von Paul Beutin und Kai Kaden zu. Die beiden jungen Club-Hosts veranstalten eine der wohl ungewöhnlichsten Tischtennis-Partys Hamburgs: Im Schrödingers wird zu Techno-Beats und im Clubnebel gespielt. Bei gutem Wetter geht´s nach draußen, für Paul und Kai jedes Mal ein Nervenkitzel. Bleiben Tische und Technik trocken? Wechselnde DJs sorgen für Stimmung, während die Gäste rhythmisch um die Platten rotieren. Besonders beliebt sind die „Crazy Rounds“, bei denen alles erlaubt ist, nur keine Tischtennisschläger: Käsereiben, Programmhefte oder Feuerzeuge - egal wie: das Runde muss übers Netz aufs Eckige.

    Hinweis

    Personen

    von:Babette Hnup

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