Europas tödlichste Grenze

Vergessene Opfer des Kalten Krieges (Deutschland / Österreich / Tschechische Republik, 2022)

bis 06:00
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • HDTV
  • 20261104050500
VPS 00:00

Übersicht

Diktaturen sind wie Gefängnisse. Mit Grenzen sperren sie ihre Bevölkerung ein. Im Kalten Krieg wird die Grenze der Tschechoslowakei zum Westen zu einem dramatischen Schauplatz. Menschen, darunter viele Grenzsoldaten, bezahlten ihren Fluchtversuch mit dem Leben und ihre Hinterbliebenen wissen bis heute nicht, was damals wirklich geschehen ist.

Themen

    Details

    30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sollen die Opfer der Grenze zwischen der Tschechoslowakei auf der einen und der BRD und Österreich auf der anderen Seite späte Gerechtigkeit erfahren und die Todesschützen bestraft werden. Nach intensivem Studium der Akten bringt 2019 die NGO Platform of European Memory and Conscience mehrere solcher Fälle bei der tschechischen und der deutschen Staatsanwaltschaft zur Anzeige. Für die BRD ist die Staatsanwaltschaft Weiden zuständig, auf tschechischer Seite die Staatsanwaltschaft Prag 1. Nach Abschluss der Ermittlungen gegen 41 Personen sollen die Anklagen erhoben werden. Unter anderem auch gegen drei ranghohe Politbüro-Mitglieder, die an der Spitze der Befehlskette standen. Dabei sind die Erfahrungen, die die deutschen Behörden bei der Aufarbeitung der Mauertoten an der innerdeutschen Grenze gesammelt haben, für die tschechischen Kollegen von unschätzbarem Wert. Einer dieser Fälle ist der des damals 18-jährigen Hartmut Tautz aus der DDR. 1986 wird er in der Nähe von Bratislava bei seinem Fluchtversuch von Wachhunden angefallen und schwer verletzt. Tautz verblutet noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Seine Schwester Carola Tautz-Bär hofft mit Hilfe der neuen Ermittlungen, dass sich die Täter endlich verantworten müssen. Auch andere Opfer und Angehörige können hoffen, dass die Wahrheit dieser Grenze ans Licht gebracht wird. Die Flucht in den Westen war für viele der letzte verzweifelte Ausweg. Die Fluchtmittel sind vielfältig: mit Hilfe eines Schleusers über die grüne Grenze oder wie die Maulwürfe unter der Grenze hindurch. Mit dem Mut der Verzweiflung, der Freiheit entgegen.

    Hinweis

    Personen

    Regie:Oliver Halmburger


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