Marie-Louise

Schweiz, 1943
bis 15:55
Drama
  • Stereo
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20261017140500
VPS 00:00

Übersicht

Im Kriegsjahr 1943 darf das Franzosenmädchen Marie-Louise für drei Monate in die Schweiz, um sich hier vom Krieg zu erholen. Am Ende der Frist will es die neue Familie nicht mehr verlassen, aber die offizielle Schweiz bleibt hart. Oscar-prämierte Praesens-Film-Produktion mit Heinrich Gretler.

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    Details

    Zusammen mit 300 Kindern aus Frankreich darf Marie-Louise im Kriegsjahr 1943 für drei Monate in die Schweiz reisen. Pflegeeltern nehmen die schwachen, unterernährten Buben und Mädchen in Empfang. Nur Marie-Louise wird nicht abgeholt. Kurzentschlossen nimmt die Rotkreuzhelferin Hedi Rüegg (Anne-Marie Blanc) das verängstigte Kind nach Hause, wohl wissend, dass der Vater das nicht gern sehen wird. Doch Marie-Louise gewinnt schnell die Sympathie des bärbeissigen Fabrikdirektors. Vorbeifliegende Schweizer Abwehrjäger erschrecken in der Folge das Mädchen so sehr, dass es im Spital behandelt werden muss. Das rüttelt die Gemeinschaft des Städtchens auf. Die Fabrikarbeiter machen Überstunden, um einer weiteren Gruppe von französischen Kindern Ferien in einem Bergheim zu ermöglichen. Und Direktor Rüegg, inzwischen ganz vernarrt in «seine» Marie-Louise, will auf keinen Fall, dass sie nach Hause zurückkehren muss. Doch vorerst sieht alles danach aus, als sei das Gesetz stärker als die Regung eines guten Herzens. Der gefeierte Theaterregisseur Leopold Lindtberg drehte «Marie-Louise» im Spätsommer 1943. Die tragenden Rollen besetzte er mit populären Schweizer Darstellern wie Anne-Marie Blanc, Heinrich Gretler oder Margrit Winter. Marie-Louise dagegen, das Ferienkind aus Frankreich, wurde von Josiane Hegg verkörpert, einem Mädchen, das in jenen Tagen tatsächlich mit einem Kinder-Konvoi des Roten Kreuzes in unser Land kam. Rund um die Schweiz war Krieg. Auch im Kino waren darum Werke gefragt, die den nationalen Wehrwillen stärkten und den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen förderten. Kritik, etwa an der behördlichen Flüchtlingspraxis, war nur bedingt praktizierbar. Als der Film in den Schweizer Kinos gestartet wurde, hielt sich der Zuspruch zunächst in Grenzen. Zeitweise sah es danach aus, als müsste die Produktionsfirma Praesens Konkurs - sie feierte 2024 ihr hundertjähriges Bestehen - anmelden. Die Wende schaffte schliesslich Praesens-Aktionär und Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler, der in seiner Zeitung «Wir Brückenbauer» einen cleveren Werbefeldzug für sein Herzensprojekt «Marie-Louise» startete und damit die für die Rettung erforderlichen Zuschauermassen in die Kinos brachte. Es kam noch besser: In einer Zeit, in der Schweizer Kinoproduktionen ausserhalb der eigenen Grenzen kaum bekannt waren, fand «Marie-Louise» ein weltweites Echo. So wurde der Film im September 1945 in London, im November in New York gestartet. Und im folgenden März bekam Richard Schweizer für sein Original-Drehbuch sogar den Oscar zuerkannt.

    Hinweis

    Personen

    Schauspieler:
    Rolle
    Marie-Louise Fleury
    Direktor Rüegg
    Hedi Rüegg
    Anna Rüegg
    Lehrer Bänninger
    Päuli
    Madame Fleury
    André
    Robert Scheibli
    Ernst Schwarzenbach
    Regie:Leopold Lindtberg
    Drehbuch:Richard Schweizer
    Kamera:Emil Berna
    Musik:Robert Blum

    1 weiterer Sendetermin

    Sender Datum Uhrzeit  
    Di 20.10. 00:20 Marie-Louise Sendung zum Merkzettel hinzufügen


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