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Aus einem Braunkohletagebau entsteht vor den Toren der Stadt Cottbus der Ostsee. Kristallklares Wasser und weiße Strände wecken die Sehnsucht nach Baden, Segeln und einem Sommer am See. Obwohl die ehemalige Kohlegrube längst fertig geflutet ist, versperrt immer noch ein Zaun den Zugang zum größten See Brandenburgs. Die Geduld der Lausitzer schwindet.
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Seit über zehn Jahren saniert die LEAG den ehemaligen Tagebau. Trotzdem sind die Ufer nicht überall sicher. Schon 2024 wurde eine Teilöffnung in Aussicht gestellt. Aber durch lebensgefährliche Rutschungen sind die Uferbereiche in Schlichow immer noch in Arbeit. Wellenschlag am Nordufer führt zu neuen Erosionen. Und auch die Inbetriebnahme einer schwimmenden Solaranlage verzögert sich weiter. Sie wurde vor eineinhalb Jahren durch Wellengang an den Rändern stark beschädigt. Und es stehen noch viele Bäume im Wasser, die das Baden und Bootfahren gefährlich machen. Trotzdem arbeiten die Sanierer und Anrainer weiter an ihrer Zukunft nach der Kohle. Die Stadt Cottbus und die Gemeinde Teichland bauen an ihren „Seeachsen“. Das sind Promenaden, die ihre Ortskerne mit dem See verbinden sollen. Der versprochene Radrundweg um den See lässt aber auf sich warten. Vom Cottbuser Ostsee geht trotz aller Probleme eine große Faszination aus. In diesem Winter zeigten sich Polarlichter am See. Und die Rückkehr der Natur können auch Zäune nicht aufhalten. Forschende der Cottbuser Universität entdecken eine neue Unterwasserlandschaft mit Armleuchteralgen, die nur in Klarwasserseen zuhause sind. Die Ostseeanrainer staunen über die reiche Vogelwelt am See. Am Westufer sind wertvolle Lebensräume entstanden. Muss diese „Natur auf Zeit“ einer erneuten Ufersanierung durch Bagger und Planierraupen weichen? Über allem schwebt eine Ungewissheit: Wie kann der Cottbuser Ostsee als Wasserspeicher genutzt werden? Seine riesige Wasserfläche mit Verbindung zur Spree könnte ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Wassermangels im Einzugsgebiet der Spree sein. Doch das Land streicht Gelder für den Cottbuser Ostsee. Wer am Ende die Zeche für den Ostsee und seine Probleme zahlt, wenn das Energieunternehmen LEAG aus der Bergaufsicht und damit aus der Verantwortung entlassen ist, bleibt ungewiss. Dieser Film ist der 8. Teil einer rbb-Langzeitdokumentation, die das Entstehen des Sees von Anfang an mit exklusiven Bildern und Hintergründen begleitet.
Hinweis
Personen
| Kamera: | Guido Kilbert |
| von: | Maren Schibilsky |
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